HANS ZENDER: HÖLDERLIN LESEN I-V

Beginnt am 16. September 2020 | 18:30 In Kalender speichern

Salome Kammer, Sprecherin; Teodoro Anzelotti, Akkordeon; Studierende des Studiengangs „Internationale Ensemble Modern Akademie“ (IEMA) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Absolventen der IEMA sowie Mitglieder des Ensemble Modern

Hans Zender (1936 — 2019) setzt sich ab 1979 intensiv mit der Dichtung Hölderlins auseinander, angeregt durch das Homburger Folioheft. In den nächsten beiden Jahrzehnten entstehen vier Werke mit Hölderlin-Bezug, drei davon auf der Basis der klassischen Streichquartettbesetzung. Sie sind Versuche, „ganz naiv, diese wunderbaren Texte als Musiker hörbar zu machen“. Nicht von ungefähr thematisiert der Komponist in den Werktiteln seine Lektüre – fasziniert von den Einblicken in den Werkstattprozess, die ihm die Handschriften und Entwürfe des Foliohefts erlauben. Die Werke, die sich allmählich zum Zyklus formieren, beschreiben damit auch verschiedene Arten, sich der Dichtung anzunähern. In „Hölderlin lesen I“ von 1979, tritt eine Sprechstimme ad libitum zum Streichquartett hinzu, Basis für die Komposition ist Hölderlins hymnischer Entwurf „An die Madonna“. „Hölderlin lesen II“ ist ein Werk für Bratsche, Sprechstimme und Live-Elektronik (1987), in dem Textfragmente („Sonst nemlich, Vater Zeus“ aus dem Homburger Folioheft) gesprochen werden. In „Denn wiederkommen. Hölderlin lesen III“ (1991) verwendet Hans Zender neun Sätze aus den verschiedenen Fassungen der Hymne „Patmos“. „Mnemosyne. Hölderlin lesen IV“ (2000) hat Hans Zender für die Mezzosopranistin Salome Kammer geschrieben, die auch in der ersten vollständigen Aufführung des Zyklus‘ die Solistin ist. Auf der Textgrundlage der drei Mnemosyne-Fassungen entsteht ein Werk für Streichquartett, Sprechstimme, Textprojektionen und Zuspielbänder. Die Einbeziehung des visuellen Elements in Form eingeblendeter Texte ermöglicht eine stumme Lektüre der Hölderlin-Verse – als finale Steigerung und Zusammenfassung der in „Hölderlin I – III“ angelegten Strategien. Hölderlin V, 2013 uraufgeführt, setzt unter dem Titel: „Ein Wandersmann …. zornig“ den Akkordeonisten auch als Sprecher ein. Das Konzert ist die erste vollständige Aufführung aller fünf Teile des Zyklus‘ von Hans Zender, der während der Vorbereitungen im Oktober 2019 verstarb.

EINTRITT 20 EURO, 15 EURO ERM.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Hölderlin 2020“ - auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, in Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt, gefördert von der Dr. Marschner Stiftung und der Ensemble Modern Patronatsgesellschaft e.V.

2020-09-16 18:30:00
2020-09-16 20:59:57