15. August bis 29. September 2021,
Frankfurt

Eigentlich sollte nie bekannt werden, dass er es war, der 1931 die nötigen 28.000 Reichsmark für den Bau des Goetheturms spendete.  Das war der Wunsch des Frankfurter Unternehmers der Kaufhäuser H&C Tietz, Gustav Gerst, Ehrenbürger der Frankfurter Universität und Förderer von Senckenberg. So ist es überliefert. Erst Frankfurts Oberbürgermeister Walter Kolb erinnerte 1949 nach Vertreibung, Flucht und Tod des jüdischen Kaufmanns mit einer Gedenktafel am Goetheturm an die Schenkung.

Über den Kommerzienrat und Kunstsammler Gustav Gerst, seine Frau Ella, geb. Tietz und ihr Leben in Frankfurt ist wenig bekannt. Im Frühjahr 2021 beauftragte die Stadt Frankfurt am Main daher eine wissenschaftliche Studie, um mehr zu erfahren über ihn und seine weitverzweigte Familie vor und während des Nationalsozialismus, die Arisierung der Kaufhäuser und den Zwangsverkauf der Kunstsammlung, über ihre Flucht nach Schweden und ihr Leben ab 1946 in den USA. An dieser „Spurensuche“ sind auch viele  Frankfurter/innen beteiligt.

Diese Studie sowie das im Herbst 2021 anstehende Symposium im Institut für Stadtgeschichte, werden maßgeblich vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert.

 

Foto (Projekte&ARchiv): Kaufmann und Mäzen Gustav Gerst Stifter des Goetheturms; Bamberg 1871- New York 1948, (c) FNP-Archiv