05. Juni bis 11. Dezember 2022,
Frankfurt, Hofheim

Ein ganzes Jahr Musik mit Kindern und Jugendlichen

Die Junge Kantorei, ein Oratorienchor aus Frankfurt, Heidelberg und Marburg, hat drei musikalische Projekte zusammengestellt, die an den aktuellen dringenden Sorgen der Kinder und Jugendlichen ansetzen. Im Konzertprogramm des Jahres 2022 werden sie nicht in begleitenden Veranstaltungen „versorgt“, sondern partizipieren mit eigenen Aktivitäten an großen Werken und der Gestaltung der Musik. Inhaltlich beschäftigen sich die drei Projekte mit der Wechselbeziehung von Mensch und Umwelt. 

Das Oratorium Die Schöpfung von Haydn stellt die Entstehung einer (noch heilen) Welt vor, die, unter Betrachtung der aktuellen globalen Krisen, Anlass zum kritischen Nachdenken liefert: Wie können wir, im Angesicht der Zerstörung unserer Umwelt, diese Musik heute noch ungebrochen genießen? Die Schülerinnen und Schüler gestalten ihre Erfahrungen und Gedanken und erarbeiten im Rahmen der Pfingstkonzerte Performances, die unterschiedliche darstellende Elemente miteinander kombinieren.

Die Patchwork-Konzerte der Jungen Kantorei kombinieren Kompositionen aus der Chormusik mit außergewöhnlichen Künstlern und Instrumentarien der Gegenwart. Das Konzert Lamento im Oktober soll Raum geben für eine offene Auseinandersetzung mit Fragen der Einsamkeit, der Sorge um die Familie, um schulisches Fortkommen, um den Erhalt von Freundschaften, die bisher viel zu wenig in den Blick genommen wurden.

Das Weihnachtsoratorium von Bach schließlich ist eines der beliebtesten Stücke aus dem Chorrepertoire. Dazu erarbeiten Schüler und Schülerinnen schreibend, darstellend und musizierend ihre eigenen Visionen von der Suche nach neuer Hoffnung, nach Geborgenheit und Liebe, nach Jauchzen und Freude.

Die Termine:

Haydn: Die Schöpfung – eine Demonstration
5. Juni Frankfurt
6. Juni Hofheim

patchwork@lamento – eine klage
8. Oktober Frankfurt

In dem neuen Patchwork-Projekt der Jungen Kantorei treten a cappella-Chorklänge – Madrigale von Palestrina bis Webern – in einen spannungsreichen Austausch mit Improvisationen für zwei Marimbaphone. Die Hörenden werden mitgenommen in einen Prozess, der der Klage von Menschen unterschiedlicher Epochen Ausdruck verleiht, zu einer Suchbewegung führt, die der Sehnsucht Raum gibt, und schließlich in Dankbarkeit und überschwängliches Gotteslob mündet. Gleichzeitig gibt das Konzert jungen Menschen eine Stimme für ihre eigene Klage über die Themen, die sie heute und hier beschäftigen. Wahrzunehmen, wie zu anderen Zeiten andere Menschen mit ähnlichen Situationen umgegangen sind, bietet die Möglichkeit, neue Perspektiven zu erkennen, daraus zu lernen und Selbstbestimmung und Handlungsfähigkeit  wiederzuerlangen.

Bach: Weihnachtsoratorium – eine Hoffnung
10. Dezember Frankfurt

www.junge-kantorei.de

 

Fotos (Projekte&Archiv und Header): (c) Irene Marzolff, Junge Kantorei