Der Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Frank Kilian, und die Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Karin Wolff, haben heute eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Zum 1. Juli 2022 tritt die „Mitgliedschaft auf Probe“ des Kreises im Kulturfonds mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren in Kraft. Innerhalb dieser Laufzeit oder im Anschluss kann der Kreis entscheiden, ob er dem Fonds dauerhaft als Vollmitglied und Gesellschafter beitreten möchte. Im Vorfeld der Unterzeichnung haben der Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises, das Land Hessen sowie die Gesellschafterversammlung des Kulturfonds diesem Schritt zugestimmt.

„Wir freuen uns auf eine intensive Zusammenarbeit mit dem Kulturfonds zugunsten von Kunst und Kultur im Rheingau-Taunus-Kreis und einer kulturellen Vernetzung in der gesamten Metropolregion Frankfurt RheinMain. Wir erwarten mit Spannung eine gegenseitige Bereicherung kultureller Vielfalt. Der Rheingau-Taunus-Kreis bietet eine interessante Kombination aus Kultur und Natur. Es sind herausragende Kulturstätten zu finden, die ein einzigartiges Flair versprühen. Ausstellungen und Konzerte, Theater und Kleinkunst, Festivals und vieles mehr finden in historischen Kulturstätten statt. Eine Kulturlandschaft wie geschaffen für Kunstgenüsse aller Art vor ganz besonderen Kulissen“, begeistert sich Landrat Frank Kilian.

Nachdem bereits die Stadt Oestrich-Winkel im Jahr 2017 eine dreijährige Kooperation mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain abgeschlossen hatte, die im Jahr 2020 in eine dauerhafte Zusammenarbeit als Gesellschafter mündete, stößt nun der gesamte Rheingau-Taunus-Kreis dazu. Auf Basis der Vereinbarung wird der Kreis künftig von der finanziellen Förderung verschiedener Kulturprojekte mit großer Strahlkraft durch den Kulturfonds profitieren. Erste Bewerbungen aus den Taunusgemeinden liegen bereits zu KUNSTVOLL, dem Förderprogramm für Kulturelle Bildung des Kulturfonds, vor. Zudem sind weitere Projektanträge in Vorbereitung und für das „Schön hier Festival“ in Eltville am Rhein wurde bereits eine prophylaktische Zusage erteilt.

Die Kulturdezernentin Dorothee Nabrotzky ergänzt: „Hier gibt es eine vielfältige und aufregende, traditionelle und junge Kulturszene: Ob Theater im Taunus in der außergewöhnlichen Atmosphäre einer Burg oder in ambitionierten kleineren Theatern – auf den Theaterbühnen des Landkreises wird viel geboten. Genuss zum Hören bieten Konzertabende im bedeutendsten Renaissance-Bau im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal, in Kirchen, Klöstern, in einer alten Schule und in einer Cafeteria. Ganz junge Kultur findet am Rheinufer in Geisenheim statt. Literarische Entdeckungen für große und kleine Menschen sind in Bibliotheken zu machen und kreisweit während eines Festivals für Kinder- und Jugendliteratur. Im ganz modernen Ambiente eines Kunsthauses oder im Schloss wird Kunst kuratiert und präsentiert, Jazzfeeling vom Feinsten kann man in heimeliger Altstadtatmosphäre erleben, Kabarett und Musik in einem Kulturbahnhof oder in einer geschichtsträchtigen Kirchenruine, in der Scheune des Brentano-Anwesens oder an vielen anderen Orten im Landkreis. Ein Highlight von internationaler Strahlkraft ist sicher das Rheingau-Musik-Festival.“

Der Kulturfonds fördert Kunst und Kultur in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main mit dem Ziel, die kulturelle Attraktivität der Region zu stärken und die Zusammenarbeit von und mit Kulturschaffenden weiter auszubauen. Der Fonds fördert sowohl Projekte von überregionaler und internationaler Strahlkraft als auch regional vernetzende Kulturaktivitäten.

Sobald die Kooperation rechtsgültig ist, können Kultur-Institutionen aus dem Rheingau-Taunus-Kreis einen Förderantrag an den Kulturfonds stellen. Das breite Förderspektrum des Kulturfonds, das von Konzert bis Performance, von Theater bis kulturelle Bildung, von Literatur bis Fotografie und Film reicht, spricht dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte an, die mit etwas Glück von der Förderung profitieren können.

„Mit dem Rheingau-Taunus-Kreis bekommen wir einen Partner, dessen Kultur und Geschichte weit über die Grenzen des Rhein-Main-Gebiets bekannt sind und der jährlich über eine Million Besucherinnen und Besucher begrüßen darf. Durch die Kooperation erweitern wir unser Netzwerk im Westen um einen der flächenmäßig größten Landkreise der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main“, freut sich Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, und ergänzt: „Durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Oestrich-Winkel gab es bereits seit einigen Jahren viele Berührungspunkte mit kulturellen Projekten aus dem Rheingau-Taunus-Kreis. Wir freuen uns auf die kommenden Kooperationsjahre und die Projekte, die wir mit unseren Förderprogrammen unterstützen und begleiten dürfen.“

Durch die Kooperationsmitgliedschaft erhält der Kreis Beratungsrecht in den Gremien des Kulturfonds. Die Vereinbarung sieht vor, dass der Kreis jährlich 1,60 Euro pro Einwohner an den Kulturfonds Frankfurt RheinMain zahlt – bei aktuell knapp 187.000 Einwohnern also rund 300.000 Euro pro Jahr. Jeder kommunal eingezahlte Euro wird gemäß dem Grundprinzip des Kulturfonds vom Land Hessen verdoppelt. Neben dem Land Hessen gehören aktuell die Städte Frankfurt am Main, Darmstadt, Wiesbaden, Hanau, Bad Vilbel, Offenbach am Main und Oestrich-Winkel sowie der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis als Gesellschafter dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain an.

Bereits vor rund vier Wochen hat der Kreis Offenbach eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain unterzeichnet. Die dreijährige „Mitgliedschaft auf Probe“ wird ebenfalls wie beim Rheingau-Taunus-Kreis am 1. Juli 2022 beginnen.

 

Die Pressemitteilung und ein Foto von der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Rheingau-Taunus-Kreis und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain finden Sie auch unter: https://www.rheingau-taunus.de/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen.html