ANTI – GO – NE. HÖLDERLIN | SOPHOKLES

Von 28. August 2020 | 19:30 bis 04. Oktober 2020

Ort: Theater Willy Praml

Veröffentlicht von Birgitta Loehr

Kategorien: Theater, Hölderlin_2020

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Termine:
Sa, 29.08.2020 19.30 Uhr Premiere
So, 30.08. 18.00 Uhr | Fr, 04. / Sa, 05./ Fr, 11. / Sa, 12./ Fr, 18./ Sa, 19./ Fr, 25./ Sa, 26.09. + Fr, 02.10. 19.30 Uhr
So, 06./ So, 13./ So, 20./ So, 27.09. + Sa, 03./ So, 04.10. 18.00 Uhr

Hölderlin tobt. Man hält ihn für verkommen, für zerrüttet. Es selbst sagt von sich, Apollo habe ihn geschlagen. Nach einigen quälenden Monaten in der Psychiatrie geht er für immer in den „Turm“ am Neckar, wo er noch 36 Jahre lebt. Er lebt dahin – die Dichtung ist ihm verloren gegangen. Die Übertragungen des Ödipus und der Antigonä sind seine letzten dichterischen Kraftanstrengungen, die er vor dem „Turm“ noch vollbracht hat. Hölderlins Übertragungen vermeiden jede klassizistische Glättung; das Fremde der Antike wird noch fremder, das Ferne noch ferner. Wer in diese Dramenwelt eintaucht, der soll sich am Ende nicht wiedererkennen. Bei Hölderlin selbst mag es so geschehen sein, analysiert Rüdiger Safranski in seiner Hölderlin-Biographie. Hölderlin ist dem Wahnsinn des Ödipus ganz nah – Hölderlin ist Antigone, Antigone ist Hölderlin. Der Widerstand beider Figuren, nicht Eins zu sein mit Allem, mit der Natur, mit den Göttern, zerbricht sie. Hebt sie aber auch über alles hinweg. Was wird wohl einmal aus Greta Thunberg? Das ist der Ausgangspunkt für die Inszenierung ANTI – GO – NÄ zum Hölderlin Jahr. Wie in der Antike werden die Texte in Wechselrede von drei Männern und einem Chor gesprochen. Die eigentliche Handlung aber wird eine Gruppe von Frauen – Schauspielerinnen, Tänzerinnen, Musikerinnen – übernehmen: Antigone-en / Hölderlin-en. Die Lebensgeschichten des Widerstands, des politischen wie des poetischen, beider Figuren verschmelzen und geben dem Drama die Bilder, den Horizont, den Klang. Text und Bild driften weit auseinander und rücken die Verhandlung der Anti – go – nä dadurch enorm nahe. Wichtig, dass Männer hier zu Frauen, Frauen zu Männern werden – dass es hier um den ganzen Menschen geht.