Kulturfonds Frankfurt RheinMain

Horizont Jawlensky

14. Februar bis 1. Juni 2014
Museum Wiesbaden

Im Jahr 2014 jährt sich Alexej von Jawlenskys Geburtstag zum 150. Mal (Torschok 1864–1941 Wiesbaden). Aus diesem Anlass richtet das Museum Wiesbaden, das die weltweit bedeutendste Sammlung des zum engeren Umfeld des Blauen Reiters gehörigen Malers besitzt, gemeinsam mit der Kunsthalle Emden die Ausstellung Horizont Jawlensky – Alexej von Jawlensky im Spiegel seiner künstlerischen Begegnungen 1900–1914 aus.

Die Präsentation widmet sich insbesondere Jawlenskys Münchner Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, in welcher sich der Horizont des russischen Künstlers durch die intensive Beschäftigung mit den Werken namhafter deutscher und französischer Maler maßgeblich erweitert. Um 1910 gelangt Jawlensky schließlich durch diese vielseitigen Begegnungen zu seinem unverwechselbaren farbintensiven Stil. Zum ersten Mal überhaupt wird den folgenreichen Beziehungen jener entscheidenden Entwicklungsphase konsequent nachgespürt. Die präsentierten Werke dokumentieren unter anderem die Auseinandersetzung Jawlenskys sowohl mit der Kunst des Leibl-Kreises (Carl Schuch, Wilhelm Trübner), mit der Berliner und Münchner Sezession (Lovis Corinth, Edvard Munch, Max Slevogt), wie auch mit der Malerei der berühmten französischen Wegbereiter der Moderne (Paul Cézanne, Paul Gauguin, Vincent van Gogh), des Postimpressionismus bis hin zu den so genannten Fauves (Henri Matisse, Maurice de Vlaminck).

Die Ausstellung endet mit dem größten Einschnitt im Leben des Künstlers, der deutliche Spuren im Werk hinterlässt: Im August 1914 muss Jawlensky als russischer Staatsbürger aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs Deutschland binnen 48 Stunden verlassen.

Im Schweizer Exil schöpft er fortan ohne äußere Einflüsse aus sich selbst heraus. Allein die Werkgruppe Variationen über ein landschaftliches Thema, mit der die Ausstellung endet, erinnern ein letztes Mal an einen Maler, von dem Jawlensky in München auf der ersten Ausstellung des Blauen Reiter bei Thannhauser ein Gemälde erworben hat: Robert Delaunay.

Anhand präzise ausgewählter Bildbeispiele – zusammengetragen aus nationalen und internationalen Sammlungen – wird erstmals Jawlenskys Entwicklung vom unbekannten Realisten zum weltberühmten expressionistischen Maler anschaulich, vergleichbar und nachvollziehbar.

Weitere Informationen
www.museum-wiesbaden.de