25. September 2010 bis 9. Januar 2011
MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main


Das Lebensgefühl der damals 20- bis 30-jährigen Kreativen war geprägt von Musik, Subkultur, Intimität und Mode. In den großen Metropolen der Welt, wie London, New York, Tokyo, Berlin oder Paris zelebrierten sie eine neue Körperlichkeit und grenzten sich von der etablierten Kunst-, und Modewelt ab, um einen Gegenentwurf – eine „Counter-Culture“ – vorzuleben.

Die aufwendig produzierten Bilder des Prêt-à-porter, der Haute Couture und der mainstream Modemagazine galt es zu überwinden, um „wahres“ Leben und authentische Jugendkultur als Motor für dieses Lebensgefühl zu porträtieren. Die Idee des Schönen wird kollektiv verworfen, Geschlechterdifferenzen und andere gesellschaftliche Konventionen verwischt.

Die Ausstellung im MMK zeigt auf, wie radikal und innovativ diese Generation war und welchen Einfluss sie auf die bildende Kunst bis heute hat. Die vielschichtige Präsentation mit über 200 Werken der Fotografie, Originaldokumentationen und einem umfangreichen Programm mit Live Events verdeutlicht, wie sich die Bereiche Modedesign, Fotografie und Kunst durchdringen und gegenseitig beeinflussen. Zum Ausdruck kommt dies vor allem in Zeitschriften wie dem i-D Magazine, The Face, Six, Visionaire oder Purple.

Zehn Fotografen, die diese Jahre wegweisend geprägt haben, bespielen die Räume des MMK mit ausgewählten Arbeiten. Beispielsweise Wolfgang Tillmanns, Mark Borthwick, Corinne Day und Anders Edström greifen hierfür Werke aus jener Zeit auf und präsentieren sie in einem zeitgenössischen Zusammenhang neu.