29. Oktober bis 2. November 2013
Romanfabrik (verschiedene Orte in Frankfurt am Main, Darmstadt und Wiesbaden)


Die Metropolen der Welt unterscheiden sich in ihrer Entwicklung, so sind Barcelona und London eher kontrolliert gewachsen unter Begleitung von Stadtplanern; Teheran, Lagos und São Paulo sind eher anarchischer Natur, in ihrer Entwicklung eher unkontrolliert gewachsen. Dieser zweite Typus ist heute der bestimmende auf unserem Globus, auf dem mittlerweile über die Hälfte der Menschheit in Städten lebt. Und auch die Zahl der Megastädte mit Einwohnern über 10 Millionen wächst unaufhörlich. Schon vor hundert Jahren hielt der Soziologe Georg Simmel fest: „Es bedarf nur des Hinweises, daß die Großstädte die eigentlichen Schauplätze dieser, über alles Persönliche hinauswachsenden Kultur sind.“ (Großstädte und Geistesleben)

Da nun diese Metropolen und Megastädte die Tendenz der Entwicklung der Menschheit angeben, so geben sie auch Beispiele für Lebensformen der Zukunft. Die Leser oder Hörer der Romane werden also nicht nur ästhetisch unterhalten oder gebildet, sondern können aus dieser literarischen Welterfahrung enormen Nutzen ziehen. Denn in die Literatur fließen alle Quellen einer Kultur zusammen, und in den einzelnen Werken findet sich, dank der Sprache, auch immer das Ganze der Kultur.

  • Sefi Atta (Lagos), © Sefi Atta
    Sefi Atta (Lagos), © Sefi Atta
  • Amir H. Cheheltan (Teheran), © Amir H. Cheheltan
    Amir H. Cheheltan (Teheran), © Amir H. Cheheltan
  • Ildefonso Falcones (Barcelona), © Ildefonso Falcones
    Ildefonso Falcones (Barcelona), © Ildefonso Falcones
  • Stephen Kelman (London), © Jonathan Ring
    Stephen Kelman (London), © Jonathan Ring
  • Claudia Piñeiro (Buenos Aires), © Alejandra López
    Claudia Piñeiro (Buenos Aires), © Alejandra López
  • Luiz Ruffato (Sao Paulo), © Adriana Vichi
    Luiz Ruffato (Sao Paulo), © Adriana Vichi

Unser Literaturfest „Metropolitan – Die erzählte Stadt“ findet zur gleichen Zeit in drei Städten der Rhein-Main-Metropole statt. Dies sind insgesamt 14 öffentliche Lesungen in Frankfurt, Darmstafdt und Wiesbaden. Dazu kommen 7 Lesungen in Schulen der Region. Auf zwei Podien werden die Autoren außerdem auf Stadtplaner, Soziologen und Historiker treffen, um beispielsweise über das Verhältnis von Stadtplanung und chaotischer Selbstorganisation und über den Stellenwert literarischer Erkenntnis zu diskutieren.

Das Literaturfest Metropolitan – Die erzählte Stadt wurde erdacht und konzipiert von Michael Hohmann, dem Geschäftsführer der Romanfabrik. Es wird in diesem Jahr nach 2009 und 2011 zum dritten Mal in Frankfurt und der Rhein-Main-Region stattfinden. Die Romanfabrik begrüßt sieben Autoren aus vier Kontinenten: Boualem Sansal (Algier), Ildefonso Falcones (Barcelona), Claudia Piñeiro (Buenos Aires), Sefi Atta (Lagos), Stephen Kelman (London), Luiz Ruffato (Sao Paulo) und Amir H. Cheheltan (Teheran).