20. bis 27. Mai 2014
Frankfurt am Main und Rhein-Main-Gebiet

7. Literaturfestival FrankfurtRheinMain
Unter dem Motto „Literatur und Zeit“ widmet sich das von der Stadt Frankfurt kuratierte Literaturfestival literaTurm 2014 vom 20. bis 27. Mai 2014 den Zeitkonzepten in der Gegenwartsliteratur. Bei Lesungen und Podiumsdiskussionen in Frankfurt und der Region beleuchten Schriftsteller und Wissenschaftler die Praxis der literarischen Inszenierung und Darstellung von Zeit vor dem Hintergrund der gegenwärtig florierenden Zeitdiskurse und fragen, welche Wahrheit von Zeit die Literatur angesichts der Dominanz visueller Medien und der allerorts angebotenen These von der Beschleunigung noch eröffnen kann.

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  • Katja Petrowskaja, © Foto: Sasha Andrusyk
    Katja Petrowskaja, © Foto: Sasha Andrusyk
  • Uwe Kolbe, © Foto: Gaby Gerster
    Uwe Kolbe, © Foto: Gaby Gerster
Im Gespräch miteinander und im Dialog mit Musikern und Komponisten schälen sie dabei die genuinen Eigenheiten des literarischen Umgangs mit der Zeit heraus. Denn im Unterschied zur „Echtzeit“ ist die temporale Ordnung der Literatur frei und spielerisch, den Gesetzen der Kunst verpflichtet und denen der Physik weitgehend enthoben. Im literarische Modus des „Als-­ob“ wird das Vergangene gegenwärtig und das Künftige zum Gewesenen. Die Literatur speichert, materialisiert und modelliert Zeit. Sie macht sichtbar, was sich jenseits des Tickens der Uhr abspielt, und konstruiert komplexe Zeitordnungen, die autonom und real zugleich sind. Und wie steht es um die Zeit in der Literatur? Sie erzeugt Rhythmus und Takt, ist Objekt der Reflexion, birgt Geschichten und strukturiert den Plot. Zeitsprünge, Zeitraffungen, Zeitstillstand und Zeitdehnungen, die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen sowie die Verschachtelung von temporalen Ebenen konstituieren die literarische Eigenzeit.