19. bis 24. März 2013
Frankfurt am Main

Kurz- und Langfilmwettbewerb
Das Herzstuck der ersten vier LICHTER-Jahre bleibt auch im internationalen Filmfest von grundlegender Bedeutung. Ein Kurz- und ein Langfilmwettbewerb vereinen die besten aktuellen Filme aus Rhein-Main und zeigen die ganze Vielfalt und die wachsende Bedeutung der Region sowohl als Drehort als auch als Standort vieler namhafter Produktions- und Postproduktionsfirmen (z. B. Pandora Film, Pixomondo, ACHT Frankfurt, Kontrastfilm, U5, Zutafilm, Herold Studios, ARD Degeto Film) sowie Kinoverleiher (Universal Pictures International Germany, Twentieth Century Fox of Germany).

LICHTER-Postkartenmotiv: „Lore“ ein Film von Cate Shortland, Bild © Piffl Medien GmbH 2012

Im Langfilmwettbewerb zeigen wir Filme, die maßgeblich von Akteuren aus der Region realisiert (Regie, Produktion, Co-Produktion, Postproduktion o.ä.), und/oder hier gedreht wurden und/oder mit Unterstützung der Hessischen Filmforderung oder Hess enInvestFilm entstanden sind.

Eine wichtige Rolle kommt dem Kurzfilmwettbewerb zu: Besonders die Studierenden der verschiedenen Hochschulen der Region finden hier ein Forum, um ihre Filme vor heimischem Publikum vor- zustellen und in Dialog mit unseren internationalen Gästen zu treten. Genauso wie der begehrte Filmpreis für den besten Langfilm wird der Kurzfilmpreis zum Türöffner und ebnet Berufswege für Filmemacher aus und in der Region.

Das Internationale Programm. Leitthema: Stadt
Die Veränderungen in den stetig wachsenden Großstädten überall auf der Welt prägen unsere Gegenwart wie kaum ein anderes Phänomen. Städte sind die Labore unserer Gesellschaft, Raum für Begegnungen und Träume, Heimat von Kunst und Kultur. Und der Film, das bewegte Bild, ist das Medium par excellence für sie. Deswegen widmet sich LICHTER 2013 dem Thema Stadt. Wir präsentieren anhand des Themas eine Auswahl herausragender Filme der jüngsten Vergangenheit und leisten einen künstlerischen Beitrag zur Diskussion über die Stadt, die gerade in der RheinMain-Region in den letzten Monaten einen großen Raum in der Öffentlichkeit eingenommen hat.

Die Stadt ist schon seit den Anfangstagen des Kinos als eigenständige Akteurin in Filmen präsent. Je leichter und unauffälliger das filmische Aufnahmegerät wurde, desto weiter drang das Kino in den Stadtraum vor. Stadt im Film ist also einerseits ein Spiegel der technischen Entwicklung des Films. Andererseits hat sich der Film als Medium der Moderne von der Großstadt als Phänomen der Moderne vielfältig inspirieren lassen. Er hat sie als Dystopie, als Ort der Labyrinthe und Nicht-Orte gezeigt, wie in Langs Metropolis (1927), Ridley Scotts Blade Runner (1982) oder Nolans Inception (2010), er dokumentiert ihre Veränderung wie in Pasolinis Accattone (1961), Godards Zwei Drei Dinge, die ich von ihr weiß (1967) und Jia Zhang-Kes The World (2004) oder inszeniert sie als Sehnsuchtsort wie Woody Allen in Der Stadtneurotiker (1977). Im internationalen Programm der LICHTER wird die Stadt erfahrbar und theoretische Begriffe wie Stadtplanung, Architektur, Migration oder Ökonomie der Stadt werden zu lebendigen Geschichten und Bildern.

Rahmenprogramm – Brücken zur Filmkultur bauen
Mit dem Rahmenprogramm spielen wir den Kulturinstitutionen der Region den Ball zu: Wir tragen die inhaltlichen und künstlerischen Impulse aus unserem Filmprogramm in die Stadtgesellschaft hinein. Dazu organisieren wir mit zahlreichen Partnern vielgestaltige Veranstaltungen rund um unser jährliches Leitthema und die Entwicklung der Filmkunst. Da die Debatte über Themen wie die Gestaltung von Urbanität, den Umgang mit Leerstand, fortschreitende Gentrifizierung, Hochhäuser, Wohnungsmangel, das Verhältnis von Stadt und Peripherie oder Integration durch Stadtplanung in Frankfurt und Rhein-Main derzeit lebhaft geführt wird, erwarten wir umfangreiche und spannende Diskussionen.

Diese Diskussionen finden auch im Festivalzentrum als kommunikativem Herz des Festivals statt. Es ist der Ort der persönlichen Begegnung von Filmemachern und Schauspielern mit dem Publikum, des privaten Gesprächs über Filme, aber auch des Austauschs der Filmschaffenden: Hier werden Kontakte geknüpft und neue Projektideen entwickelt.

Der LICHTER Art Award, eine internationale Videokunstausstellung, rundet das Rahmenprogramm ab. Er ist ein wichtiger Teil der Präsenz von audiovisuellen Ausdrucksformen jenseits des Kinos beim Festival.

Neue Formate im öffentlichen Raum: LICHTER Streetview
Erstmalig ist LICHTER in diesem Jahr mit einem Programm von Urban Screenings im Stadtraum präsent. Es geht darum, städtische Orte als kulturelle Schauplätze zu nutzen und den neuen Distributionsformen des Bewegtbilds außerhalb der Kinosäle nachzuspüren. LICHTER ist damit eines der ersten Filmfestival im deutschsprachigen Raum, das diesen Aspekt gegenwärtiger Filmkultur als integralen Bestandteil mitberücksichtigt.

Das Vorhaben ermöglicht eine kreative Auseinandersetzung mit neuen technischen Entwicklungen und ihren Auswirkungen auf die Entwicklung von Stadt und speziell den öffentlichen Raum. LICHTER Streetview holt Filme aus den geschlossenen Räumen der Kinos heraus – Film und Bewegtbild werden so allgegenwärtig im städtischen Raum.

Für die Realisierung planen wir eine Ausschreibung, die sich an Filmemacher, Architekten, Kinomacher, Künstler und Street Artists wendet, die ihre Projekte im öffentlichen Raum im Rahmen des LICHTER Filmfestivals realisieren sollen. Ob das mobile Kinos, Projektionen an Häuserwände, die Bespielung von Leerstand oder ein Vertriebsnetz via W-LAN sein mögen, ob iPods, Smartphones, Pocket-Beamer oder 3D-Projektoren zum Einsatz kommen, ist dabei völlig offen – möglichst vielfältige und innovative Ansätze sind ausdrücklich erwünscht.