10. November 2012 bis 24. Februar 2013
Archäologisches Museum Frankfurt, Karmelitergasse 1, Frankfurt am Main

Bei keiner anderen Dynastie der germanischen Völkerwanderungsreiche wissen wir so viel über Königinnen, Konkubinen und Königstöchter wie bei den Merowingern. In einer von Kriegern und Klerikern dominierten Zeit konnten Königinnen eine außergewöhnliche Stellung erlangen und das geistige Leben prägen. Drei dieser Königinnen aus dem 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. geben sich im Archäologischen Museum Frankfurt ein Stelldichein: Wisigarde († um 540), Arnegunde († um 580) und Balthilde († 680) aus langobardischem, fränkischem und angelsächsischem Adel. Das Museum präsentiert ihre überreichen Schätze aus den königlichen Grablegen unter den Kathedralen von Köln und Saint-Denis und aus der Abteikirche Notre-Dame in Chelles. Zu diesen Damen gesellen sich zwei adelige Kleinkinder des frühen 8. Jahrhunderts aus dem geheimnisvollen Doppelgrab unter dem Frankfurter Dom.

 

  • Siegelringplatte der Königin Balthilde aus Norwich, Vorderseite, © Norwich Castle Museum and Art Gallery
    Siegelringplatte der Königin Balthilde aus Norwich, Vorderseite, © Norwich Castle Museum and Art Gallery
  • Bergkristallkugel – Domschatzkammer Köln, © Dombauarchiv Köln, W. Kralisch
    Bergkristallkugel – Domschatzkammer Köln, © Dombauarchiv Köln, W. Kralisch
  • Pektorale aus dem Domgrab Frankfurt am Main, © Archäologisches Museum Frankfurt
    Pektorale aus dem Domgrab Frankfurt am Main, © Archäologisches Museum Frankfurt
  • Foto: Wolfgang Günzel
    Foto: Wolfgang Günzel
  • Foto: Wolfgang Günzel
    Foto: Wolfgang Günzel
  • Foto: Wolfgang Günzel
    Foto: Wolfgang Günzel
  • Foto: Wolfgang Günzel
    Foto: Wolfgang Günzel

Selten gelingt es, archäologische Funde und Befunde so spannungs- und ergebnisreich mit der historischen Überlieferung zu verknüpfen, wie in dieser Ausstellung. International renommierte Historiker und Archäologen präsentieren ihre neuesten Forschungsergebnisse zu diesen exzeptionellen Grabschätzen und ihrer kulturhistorischen Stellung. Schatzkunst, Textilkunst und Trachtenkunde sowie die Sitte der Kirchenbestattung bilden dabei die Schwerpunkte. So werden diese herausragenden Frauen, ihre Persönlichkeit und ihr Schicksal wieder lebendig.

Ein deutsch-französisches Ausstellungsprojekt des Archäologischen Museums Frankfurt und des Musée d’Archéologie Nationale in Saint-Germain-en-Laye, in Zusammenarbeit mit der Domschatzkammer Köln.

Ermöglicht von:
Kulturfonds Frankfurt RheinMain

Zur Ausstellung erscheint im Verlag Schnell und Steiner, Regensburg, ein reich bebildeter Katalog mit den bislang umfangreichsten Abhandlungen zu den Gräbern aus Köln, Saint-Denis, Chelles und Frankfurt am Main, ergänzt um Beiträge zur Geschichte und Archäologie weiblicher Eliten und der Kirchengrabsitte des frühen Mittelalters.

Weitere Informationen
www.archaeologisches-museum.frankfurt.de