Skulpturenausstellung
17. Mai bis 4. Oktober 2009
Bad Homburg, Weilburg, Aschaffenburg, Darmstadt, Mainz


Mit der Installation „Tanzende Bäume“ des Konzept-, Aktions- und Multimediakünstlers Timm Ulrichs wird die Bad Homburger Skulpturenausstellung „Blickachsen“ in Kooperation mit dem Kulturfonds erstmals auf das Rhein-Main-Gebiet ausgeweitet.

  • Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“, 2009, Bad Homburg, © Galerie Scheffel, Bad Homburg & Artist, Foto: Christian K. Scheffel, Bad Homburg
    Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“, 2009, Bad Homburg, © Galerie Scheffel, Bad Homburg & Artist, Foto: Christian K. Scheffel, Bad Homburg
  • Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“, 2009, Flörsheim, © Galerie Scheffel, Bad Homburg & Artist, Foto: Christian K. Scheffel, Bad Homburg
    Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“, 2009, Flörsheim, © Galerie Scheffel, Bad Homburg & Artist, Foto: Christian K. Scheffel, Bad Homburg
  • Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“, 2009, Darmstadt, © Galerie Scheffel, Bad Homburg & Artist, Foto: Christian K. Scheffel, Bad Homburg
    Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“, 2009, Darmstadt, © Galerie Scheffel, Bad Homburg & Artist, Foto: Christian K. Scheffel, Bad Homburg
  • Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“, 2009, Weilburg, © Galerie Scheffel, Bad Homburg & Artist, Foto: Christian K. Scheffel, Bad Homburg
    Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“, 2009, Weilburg, © Galerie Scheffel, Bad Homburg & Artist, Foto: Christian K. Scheffel, Bad Homburg

Konzept Blickachsen
„Blickachsen“ ist ein Museum inmitten der (kultivierten) Landschaft. Die Einzigartigkeit dieses Projektes liegt in der dialogischen Wechselbeziehung zwischen zeitgenössischen Großskulpturen und Installationen und dem Lennéschen Landschaftsgarten mit seinen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts bewusst angelegten Blickachsen. Konsequent widmet sich die Ausstellungsreihe dem Erlebnis der Perspektive und des Perspektivenwechsels: Werke unterschiedlichster künstlerischer Ausprägung werden durch behutsame Positionierung entlang dieser Achsen zueinander und zur historischen Gartenarchitektur in Beziehung gesetzt. Auf diese Weise eröffnen sich neue „Blickachsen“, wodurch der Betrachter zu unerwarteten Sichtweisen, Einsichten und Perspektiven angeregt wird.

Bereits seit 1997 präsentiert die etablierte Ausstellungsreihe „Blickachsen“ biennal zeitgenössische Außenraumskulpturen und Installationen in den historischen Parkanlagen Bad Homburgs in kuratorischer Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen. So konnte 1999 das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl als Partner gewonnen werden, 2001 die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, 2003 die Kunsthalle Mannheim, 2005 kooperierte die Fondation Beyeler mit der ausführenden Galerie Scheffel, 2007 der Yorkshire Sculpture Park. Dieses Jahr kooperiert „Blickachsen“ mit dem US-amerikanischen Institution Frederik Meijer Gardens & Sculpture Park. Neben 40 sorgsam ausgewählten Werken von 22 Künstler/innen aus der ganzen Welt sind auch eigens für die Ausstellung geschaffene standortbezogene Arbeiten wieder dabei. Wie etwa die vom Kulturfonds geförderte Installation „Tanzende Bäume“ von Timm Ulrichs.

Blickachsen 7
„Tanzende Bäume“ Die Skulpturenausstellung „Blickachsen 7“ wurde im Sommer 2009 in Kooperation mit dem Kulturfonds FrankfurtRheinMain mit der Installation von Timm Ulrichs „Tanzende Bäume“ erstmals auf die Städte Aschaffenburg, Darmstadt, Mainz und Weilburg ausgeweitet.

Der Künstler Timm Ulrichs, der mit seinen Arbeiten zwischen Installation und Performance das Konzept verfolgt, Kunst und Alltag miteinander zu verschränken, hat in fünf Städten Baumgruppen von jeweils drei Bäumen installiert. Diese Bäume sind unsichtbar auf Rotationsmotoren in großen Töpfen installiert und beginnen, sich schwungvoll zu bewegen und zu drehen, sobald ein vorübergehender Passant in einer der anderen Städte den verborgenen Kontakt auslöst. Durch diese „Ready-mades“ Timm Ulrichs wird das Rhein-Main-Gebiet ganz buchstäblich durch Kunst vernetzt.

Über diese für den Kulturfonds gelungene künstlerische Transformation der miteinander vernetzten (Kultur-)Landschaft hinaus, zielt diese Installation des Künstlers auf die plötzliche Verunsicherung in einer vertrauten und scheinbar stabilen Welt. So wirken diese Bäume so unverdächtig, sie erscheinen dem Passanten vertraut und schön. Sobald er sich Ihnen jedoch nähert, entsteht durch die Bewegung und die Umkehrung des Gewohnten eine verblüffende Irritation, die bei ihm größte Aufmerksamkeit und Verwirrung auslöst.

Die Bäume selbst symbolisieren Wachstum, Alter und Zeit, Wurzeln und Ortsverbundenheit. Die sich selbst drehenden Bäume wiederum stehen für die Bewegung im Rhein-Main-Gebiet, für das überwinden der gewohnten Ordnung der Strukturen zu einem sich selbst drehenden Ganzem, für den Schwung und den Aufschwung. Und nicht zuletzt sind die Menschen notwendig, um die Installation in Bewegung zu setzen.

„Blickachsen 7“ zeigt Arbeiten u.a. von Donald Baechler, Hanneke Beaumont, Jonathan Borofsky, Laura Ford, Paul Hoffmann, Kenny Hunter, Dietrich Klinge, Masayuki Koorida, David Nash, Michele Oka Doner, Dennis Oppenheim, Tom Otterness, Mimmo Paladino, Vanessa Paschakarnis, Beverly Pepper, Jaume Plensa, Peter Randall-Page, George Rickey, Vera Röhm, Timm Ulrichs, Bernar Venet und Zhan Wang.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, dem 17. Mai 2009 um 11.30 Uhr im Bad Homburger Kurpark vom Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch als Schirmherrn, Oberbürgermeisterin Dr. Ursula Jungherr sowie dem Gründer und Gestalter der „Blickachsen“, Christian K. Scheffel. Joseph Antenucci Becherer vom Frederik Meijer Gardens & Sculpture Park wird die Einführungsrede halten.