Ausstellung
10. Oktober 2009 bis 14. März 2010
Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43, Frankfurt am Main


Als künstlerischer Leiter des Frankfurter Hochbauamts war Martin Elsaesser (1884–1957) für die kommunalen Großbauten der Stadt zuständig und konnte damit maßgeblich zur Gestaltung des von OB Ludwig Landmann initiierten „Neuen Frankfurt“ beitragen. Zwischen 1925 und 1932 plante er zahlreiche Bauten, von denen elf realisiert wurden. Mit Ausnahme der Großmarkthalle sind jedoch nur noch wenige dieser Gebäude in der öffentlichen Wahrnehmung präsent.

Großmarkthalle, 1987, Foto: Markus Kutscher, © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt

Mit der Ausstellung soll Martin Elsaesser aus dem architektonischen Schatten geholt und als ein Baumeister gewürdigt werden, der es vermochte, die zeitgenössischen expressionistischen Formelemente mit zukunftsweisender Bautechnik und innovativen Materialien zu vereinen. Seine bevorzugt in Backstein und hartgebranntem Klinker errichteten Bauten zählen zu den wichtigsten Beispielen des „Backstein-Expressionismus“ in Deutschland.

Die Schau „Martin Elsaesser und das Neue Frankfurt“ stellt sein bekanntes und unbekanntes Erbe anhand von Plänen, Texten, Modellen, einem Dokumentarfilm sowie historischen und aktuellen Fotografien vor. Dabei wird anhand einer Reihe von kommunalen Schulbauten wie etwa die heutige Pestalozzischule (1927) und die Holzhausenschule (1929), Elsaessers eigenes Wohnhaus in Ginnheim (1926), das Fechenheimer Hallenschwimmbad Frankfurt Ost (1928), die Gustav-Adolf-Kirche in Niederursel (1928), der Umbau des Gesellschaftshauses Palmengarten (1930) und natürlich die Großmarkthalle (1928) sowie weitere Bauten führen eindrücklich vorgeführt, welch breitem Spektrum von Bauaufgaben sich Elsaesser in seiner immer wieder auch schwierigen Frankfurter Dienstzeit widmete. Mit der Gegenüberstellung historischer und aktueller Fotos werden die realisierten Bauten zur Zeit ihrer Entstehung und in ihrem heutigem Zustand dokumentiert. Weitere nichtrealisierte Entwürfe sowie wichtige Bauten aus anderen Schaffensphasen werden in der Ausstellung ebenfalls skizziert.

Die Ausstellung wird von Filmvorführungen und Vorträgen begleitet und bietet Sonderführungen.