23. Januar bis 25. April 2011
Kunsthalle Darmstadt, Steubenplatz 1, Darmstadt


Ernst Ludwig Kirchners Experimente mit dem Medium Fotografie sind äußerst vielfältig. Er dokumentierte Ausstellungen der Künstlergruppe „Die Brücke“ und arrangierte intime Blicke in das eigene Atelier. Gleichzeitig erzeugte er in der Fotografie Querverweise zwischen Kunst und ‚Realität‘, um die Methoden seiner Malerei, seine Art von künstlerischer Stilisierung, offenzulegen. So fotografierte er seine Landschaftsgemälde inmitten der Natur und seine berühmten Modelle neben Skulpturen oder malerischen Porträts.

  • Ernst Ludwig Kirchner „Großes Liebespaar“ (Ehepaar Hembus), 1930, © Kirchner Museum Davos
    Ernst Ludwig Kirchner „Großes Liebespaar“ (Ehepaar Hembus), 1930, © Kirchner Museum Davos
  • Ernst Ludwig Kirchner „Selbstporträt vor dem Wildbodenhaus“, nach 1935, © Kirchner Museum Davos
    Ernst Ludwig Kirchner „Selbstporträt vor dem Wildbodenhaus“, nach 1935, © Kirchner Museum Davos
  • Ernst Ludwig Kirchner „Porträt eines Mädchens“, 1919–23, © Kirchner Museum Davos
    Ernst Ludwig Kirchner „Porträt eines Mädchens“, 1919–23, © Kirchner Museum Davos

Umgekehrt ‚übersetzte‘ Kirchner auch Fotografien in Malerei. Aus Hell-Dunkel-Verteilungen, Überbelichtungen und Überblendungen entwickelte Kirchner in den späten Gemälden ein Eigenleben von Licht, Schatten und Farbe, die nicht mehr an Bildgegenstände gebunden sind und rätselhafte Bildräume entstehen lassen. „Faszination Kirchner“ gestattet so einen Blick in die Werkstatt des berühmten Expressionisten, der sich bei seinen Gemälden von der Fotografie und bei seiner Fotografie von Gemälden inspirieren ließ.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Kirchner Museum Davos und der Sammlung E.W.K., Bern. Sie ist Bestandteil des vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain Projekts initiierten „Phänomen Expressionismus“.