14. Oktober 2016 bis 12. Februar 2017
Museum Wiesbaden, Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden

Mit Caravaggios kurzem Aufenthalt in der Stadt am Vesuv 1606/07 begann für die neapolitanische Malerei ein neues Zeitalter. Die schonungslose Wirklichkeitserfassung und das dramatische Hell-Dunkel seiner hier entstandenen Werke gaben wesentliche Impulse für die Herausbildung einer lokalen Schule mit eigener Prägung und von europäischem Rang.
Diese durch Sinnlichkeit und Drastik, genaue Beobachtung und festlichen Überschwang beeindruckende Malerei ist in Deutschland noch wenig bekannt. In Wiesbaden wird der einzigartige Beitrag Neapels zur europäischen Barockkunst durch eine Fülle herausragender Exponate anschaulich. Den Ausgangspunkt hierfür bilden die Gemälde Giordanos und Solimenas im Besitz des Hessischen Landesmuseums. Eine Besonderheit der Ausstellung besteht in der umfangreichen Einbeziehung von Handzeichnungen, die vom Esprit der neapolitanischen Meister zeugen und unmittelbare Einblicke in den Werkprozess erlauben. Mit spektakulären Leihgaben, unter anderem aus dem Pariser Louvre, der Londoner National Gallery, dem Kunsthistorischen Museum Wien und dem Museo di Capodimonte in Neapel, wird das Museum Wiesbaden für vier Monate zur Hauptstadt des Neapolitanischen Barock!

Foto: Massimo Stanzione (1585-1656), Der bethlehemitische Kindermord (Detail)© Graf Harrach’sche Familiensammlung, Schloss Rohrau, Österreich