28. August bis 13. November 2016,
Stadtmuseum Hofheim, Burgstraße 11,  65719 Hofheim am Taunus

„Hier ist es schön, Marxheim gefällt mir. Seit einem Monat wohne ich nicht mehr in Frankfurt, sondern bin auf's Land gezogen, nach Marxheim, einem kleinen Dorf bei Hofheim, wo ich mir eine geräumige Klempnerwerkstatt in ein Studio umgewandelt habe, ein so schönes, helles, wie ich es nie besessen habe. Hier wohne ich inmitten lieblicher Natur, und ich will das nützen und viele Landschaften malen.“ (Ludwig Meidner an Ludwig Kunz, Juni 1955)

Nachdem Ludwig Meidner (1884-1966) in den 1920er Jahren schwerpunktmäßig als Zeichner und Grafiker arbeitete und während der NS-Zeit verfolgungsbedingt und im Exil aus materiellen Gründen kaum malte, wandte er sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland wieder verstärkt der Malerei zu. Insbesondere als Porträtist gelangen Meidner hier außergewöhnlich intensive Bilder, die in ihrer psychologischen Dichte und strahlenden Farbigkeit ausgesprochen modern wirken.

Die Werke stammen zum größtenteils aus den Beständen des Ludwig-Meidner-Archivs im Jüdischen Museum Frankfurt. Zudem wird in der Ausstellung die Fotoserie, die beim Besuch des berühmten Fotografen Stefan Moses in Ludwig Meidners Marxheimer Atelier im Jahre 1956 entstanden sind, gezeigt.

Die Ausstellung ist Teil des Gemeinschaftsprojektes Ludwig Meidner - Seismograph, das von den sechs Partnern Ludwig Meidner Gesellschaft e.V., Stadtmuseum Hofheim, Museum Giersch der Goethe-Universität, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt, Institut Mathildenhöhe, Kunst Archiv Darmstadt. Sie kooperieren für dieses Projekt beispielgebend und stellen erstmals das Werk des Künstlers Ludwig Meidners in seiner ganzen Breite vor. Sie betonen sowohl seine allgemeine kunsthistorische Bedeutung als auch die für das Rhein-Main-Gebiet. Ludwig Meidner (1884 Bernstadt, Schlesien – 1966 Darmstadt) zählt zu den bedeutendsten und vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Gerade seine Fähigkeit, die Erschütterungen und Umbrüche seiner Zeit zu erfassen und in seinem bildnerischen und literarischen Werk zu reflektieren, zeichnen Meidner aus.

Foto: Stefan Moses. Ludwig Meidner, Hofheim 1956, © Stefan Moses