Die gesamte Wasserwerk-Halle ist Resonanzkörper. Der Besucher beweget sich im Innenraum eines Instrumentes.
Es gibt keine Lautsprecher. Die Kompositionen, die hörbaren Klänge sind mit Membranen [Piezo] und Klangwandlern [Transducer] auf Glasfensterscheiben und Folie übertragen

KlangPlastik von Johannes S. Sistermanns
Das Wasserwerk hat immer noch den Klang des ankommenden Grundwassers. Wie klingt hier der traditionsreiche Werkraum akustisch gefiltert? Welche Perspektiven steigern unseren hörenden Blick durch Fensterscheiben und gespannte Stretchfolien? Der Klangkünstler Johannes S. Sistermanns kreiert aus dem Wasserwerk einen neuen Resonanzkörper mit einer raumgreifenden einzigartigen Klanginstallation, die nur an diesen beiden Wochenenden zu erleben ist. Die gesamte Wasserwerk-Halle ist Resonanzkörper. Der Besucher bewegt sich im Innenraum eines Instrumentes.
Es gibt keine Lautsprecher. Die Kompositionen, die hörbaren Klänge sind mit Membranen [Piezo] und Klangwandlern [Transducer] auf Glasfensterscheiben und Folien übertragen.

Wasserwerk Hattersheim
Das 1909 fertiggestellte Wasserwerk Hattersheim wurde nach den Plänen des Baumeisters Hans Dasen im Jugendstil errichtet. Ursprünglich sorgte eine Dampfmaschine für den Antrieb der Pumpen, die heute elektrisch betrieben werden. Derzeit fördert das Hattersheimer Wasserwerk nicht mehr täglich, sondern dient nur noch als Ausfallreserve für die Sicherung der Versorgung im Großraum Frankfurt am Main.
Die autofreie Wasserwerkchaussee beginnt zwischen Hattersheim und Okriftel und war die 1905 erbaute Zufahrtsstraße zum Pumpwerk. Sie ist etwa 2 km lang, mit Kopfsteinpflaster ausgelegt und von Linden gesäumt. Die Attraktion des historischen Wasserwerks ist neben dem schönen Gebäude die große dreifache Expansionsmaschine. Zwei baugleiche Exemplare wurden auf der Titanic eingesetzt.
Das sonst nicht zugängliche Jugendstil-Wasserwerk hat an den zwei Wochenenden der Tage der Industriekultur geöffnet: Am 19./20. Juli können Besucher neben der Klangkunst Wissenswertes über die Wasserversorgung der Region und die Technik der Dampfmaschine bei Führungen von Hessenwasser erfahren. Für das leibliche Wohl ist mit Wassertheke und Kaffeebar gesorgt. Am zweiten Wochenende, 26./27. Juli, gibt es – ohne Führungen und Familienprogramm – pures Klangerlebnis beim Rundgang im und um das verwunschene Wasserwerk. An beiden Wochenenden wird ein Shuttle-Service ab S-Bahnhof Hattersheim von und zum Wasserwerk angeboten, empfehlenswert ist die Anfahrt durch die Wasserwerkchaussee mit dem Fahrrad.

 

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Klangkunst im Wasserwerk Hattersheim
Samstag/Sonntag | 19./20. Juli | 11.00–17.00 Uhr
Samstag/Sonntag | 26./27. Juli | 11.00–17.00 Uhr

Johannes S. Sistermanns
Johannes S. Sistermanns realisiert seine Kompositionen in Elektroakustik, Musiktheater, KlangPlastik, Hörstück, Performance sowie Urban Environment. 1976-84 studierte er an der Musikhochschule Köln u. a. Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel und Klavier/Improvisation bei Klaus Runze. 1989 wurde er in Musikwissenschaft promoviert. Unterricht in „The Tao of Voice”-Methode (Prof. Stephen Cheng) und klassischem nordindischen Gesang. Vorlesungen, längere Stipendienaufenthalte und Aufführungen in der VR China, Japan, Australien, USA und Europa. Ausstellungen (KlangPlastik/KlangNotationen) und Aufführungen bei internationalen Festivals (u.a. Knitting Factory New York 1995, EXPO 2000, Donaueschinger Musiktage 1996/1999/2005, ISCM World New Music Days Stuttgart 2006, Sydney 2011, Musicarama Hong Kong 2011, ICMC Perth 2013, NYCEAMF New York 2014) sowie Radiostationen (u.a. HR, WDR, SWR, DeutschlandRadio Kultur, ABC Radio Sydney „The Listening Room”, ORF Wien „Kunstradio“). Stipendien (u.a. Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin, Heinrich-Strobel-Stiftung Freiburg, The Japan Foundation Tokyo, ZKM Karlsruhe) sowie Preise, u. a. Karl-Sczuka-Förderpreis 1997, Deutscher Klangkunst-Preis 2008. 2004 und 2006 war er Dozent bei den „Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt”, 2010/11 für „Experimentelles Musiktheater” im Europäischen Zentrum der Kunst Hellerau und seit 2008 ist er Dozent an der HKB Bern. Gastdozentur an der Architektur-Fakultät ETH Zürich. CD-Publikationen bei WERGO, artist. cd, BMG, Müzik Havani Istanbul, Edition Sistermanns.
http://www.sistermanns.eu

Projekt "Klangkunst trifft Industriekultur"
International tätige Klangkünstler entwickeln Installationen mit Text, Klang und Geräusch für Industriedenkmäler, in denen deren Geschichten erfahrbar werden. Die Arbeiten haben dadurch künstlerischen und dokumentarischen Charakter zugleich und tragen zum kulturellen Gedächtnis der Region bei. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der KulturRegion FrankfurtRheinMain. Die neue Form der Zusammenarbeit wurde zu den Tagen der Industriekultur 2014 mit der Arbeit von Johannes S. Sistermanns im Wasserwerk Hattersheim eröffnet