Ausstellung
8. September 2010 bis 9. Januar 2011
Jüdisches Museum, Kurt-Schuhmacher-Straße 10, Untermainkai 14–15, Frankfurt am Main


Das Jüdische Museum erarbeitet eine Hommage an das bildnerische Schaffen der Künstlerin Else Lasker-Schüler. Als Dichterin und Schriftstellerin ist Else Lasker-Schüler (1869–1945) heute allgemein anerkannt, gewürdigt als herausragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus.

  • Else Lasker-Schüler „Indianerinnen“, undatiert, © Jüdisches Museum Frankfurt am Main
    Else Lasker-Schüler „Indianerinnen“, undatiert, © Jüdisches Museum Frankfurt am Main
  • Ausstellung Jüdisches Museum Frankfurt am Main, Foto: Wolfgang Günzel
    Ausstellung Jüdisches Museum Frankfurt am Main, Foto: Wolfgang Günzel
  • Else Lasker-Schüler „Prinz Jussuf von Theben“, undatiert, © Jüdisches Museum Frankfurt am Main
    Else Lasker-Schüler „Prinz Jussuf von Theben“, undatiert, © Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Gottfried Benn nannte sie die „größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte“. Sie war aber auch eine bedeutende Zeichnerin, die zu ihren Lebzeiten in renommierten Häusern wie dem Folkwang-Museum Hagen oder dem Berliner Salon Cassirer ausstellte. Über hundert ihrer Zeichnungen waren im Besitz der Berliner Nationalgalerie. Maler wie Franz Marc und Emil Nolde schätzten die stilistisch ganz eigenständigen Werke und nahmen Anregungen von ihnen auf. Nach Verfolgung durch die Nationalsozialisten, Diffamierung und Zerstörung ihrer Kunst als „entartet“, nach erzwungener Emigration in die Schweiz und anschließender Isolation in der neuen Heimat Palästina musste die Kleistpreisträgerin von 1932 erst wiederentdeckt und ihr dichterisches Werk neu zugänglich gemacht werden. Bis heute steht jedoch die systematische wissenschaftliche Erfassung und Bearbeitung des zeichnerischen Oeuvres von Else Lasker-Schüler aus. Insofern werden die Ausstellung und der bei Suhrkamp erscheinende Katalog mit Werkverzeichnis das zeichnerische Werk Else Lasker-Schülers erstmals grundlegend untersuchen und seiner internationalen Bedeutung gemäß umfassend präsentieren.