10. Dezember 2014 bis 28. April 2015
Jüdisches Museum, Untermainkai 14/15, Frankfurt am Main


Nicht viele archäologische Funde lassen auf ein jüdisches Leben in der Spätantike nördlich der Alpen schließen. Historische Belege wie das Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahr 321 hingegen lassen auf eine nennenswerte jüdische Gemeinde in Köln schließen. Lange Zeit war es nicht möglich, solche schriftlichen Hinweise mit realen Gegenständen aus dem 2.–4. Jahrhundert in Verbindung zu bringen. Einige Funde der vergangenen Jahre ermöglichen das nun. In der heutigen Schweiz, in Österreich, aber auch im ungarischen Raum, dem antiken Pannonien, und schließlich im ehemaligen Germanien wurden Ringe, Amulette, Grabsteine und Lampen gefunden, die auf die Präsenz von Juden in diesem Raum schließen lassen. Viele Altfunde wiesen bereits als Symbol die Menora, den siebenarmigen Leuchter auf. Sie wurden nun im Zusammenhang mit den Neufunden neu bewertet und lassen erstmals Schlüsse auf die religiöse Praxis in der Diaspora zu. Die Römisch Germanische Kommission und das Jüdische Museum Frankfurt bringen die erforderliche Expertise zu diesem neuartigen interdisziplinären Kooperationsprojekt mit. In Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Archäologischen Museum und dem Römisch- Germanischen Zentralmuseum in Mainz wird der Fokus auf die Entwicklung des heutigen Rhein- Main-Gebiets gelegt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit den neuesten Forschungsergebnissen.

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt am Main, Untermainkai 14/15, 60311 Frankfurt am Main