10. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015
Museum für Kommunikation Frankfurt, Schaumainkai 53, Frankfurt am Main


 

Mode ist Kommunikation und bestimmte Kleidungsstücke sind dabei besonders wirksam. Seit seiner Erfindung verhüllt und exponiert der BH die weibliche Brust. Als ein Medium der Körpersprache vermittelt dieses Kleidungsstück aber auch unsere Vorstellungen von Attraktivität und Schönheit, von Schicklichkeit, Tabus und Regelverletzungen. Ob Minimizer oder Wonderbra, aufreizend knapp oder sportlich bequem – der Wandel in Design, Material und Gebrauch erzählt von wechselnden Körperbildern und Geschlechterrollen, aber auch von wirtschaftlichen Not- und Glanzzeiten. Von den frühen Frauenrechtlerinnen im Kampf gegen das Korsett, über Hollywoods Busenwunder bis hin zu Oben-ohne-Protesten spiegelt der BH politische und kulturelle Umbrüche.

Vor 100 Jahren entwarf die Amerikanerin Mary Phelps Jacob einen der ersten Büstenhalter, der am 3. November 1914 patentiert wird. Seitdem erlebt der BH eine wechselvolle Geschichte. Immer jedoch steht er im diskursiven Spannungsfeld
zwischen Natur und Kultur, Privatheit und Öffentlichkeit. Zum Jubiläum des Patents widmet sich die Ausstellung »Body Talks – 100 Jahre BH« der Geschichte des BHs als Kommunikationsmedium von seiner Erfindung bis in die Gegenwart. Modelle aus knapp 100 Jahren veranschaulichen das untrennbare Zusammenspiel von Kleidungsstück und gesellschaftlichem Blick auf die weibliche Brust.