Malereien, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Videos, Installationen und Performances
23. Januar 2015 bis 26. April 2015
Frankfurter Kunstverein - Steinernes Haus am Römerberg, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden


„New Frankfurt Internationals“ stellt vom 23. Januar bis 26. April 2015 zeitgenössische Kunst aus Frankfurt und der Rhein-Main-Region zum zweiten Mal in den Mittelpunkt eines besonderen Ausstellungsprojekts. Basierend auf einer Initiative des Frankfurter Kunstvereins zielt das erstmals im Winter 2010 durchgeführte Format darauf ab, Künstler zu zeigen, die in Frankfurt Rhein-Main leben und/oder hier studiert haben und zum Teil bereits zu den „new internationals“ im Kunstbetrieb zählen. Mit jeweils wechselnden Kooperationspartnern soll dabei das vorhandene künstlerische Potential der Region in einer umfangreichen und thematisch gefassten Ausstellung präsentiert und mit einem vielfältigen Begleitprogramm vermittelt werden.

Die zweite Ausgabe von „New Frankfurt Internationals“ wurde gemeinsam durch den Frankfurter Kunstverein (FKV) und den Nassauischen Kunstverein Wiesbaden (NKV) konzipiert und ermöglicht so eine Ausdehnung der Präsentation von der Stadt Frankfurt in die hessische Landeshauptstadt. Unter dem Titel „Solid Signs“ sind an beiden Orten Malereien, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Videos, Installationen und Performances von 41 Künstlern und Künstlergruppen zu sehen. Eine Vielzahl der Werke wird für die Ausstellung neu produziert.

  • Florian Albrecht-Schoeck, Aus der Serie „Humankapital
    Florian Albrecht-Schoeck, Aus der Serie „Humankapital", 2013 / 2014
  • Christiane Feser, „Modell Konstrukt 90“, 2013
    Christiane Feser, „Modell Konstrukt 90“, 2013
  • Michel Klöfkorn
    Michel Klöfkorn

Inhaltlich knüpft „New Frankfurt Internationals: Solid Signs“ an das schon seit längerer Zeit zu beobachtende Interesse vieler Künstler an der physischen Präsenz von Kunstwerken und der Wiederbelebung traditioneller künstlerischer Techniken und Materialien an. Gerade eine jüngere Künstlergeneration setzt sich wieder verstärkt in ihrer Praxis mit der Materialität von bildnerischen Mitteln und deren jeweiligen Ausdrucksqualitäten auseinander. Dabei hat für sie die stoffliche Dimension die gleiche Wichtigkeit wie die Ausführung und der Inhalt eines Kunstwerkes. Gerade diese Parameter durchliefen spätestens seit den 1960er Jahren einen umfassenden Wandel: In der Kunst wurde dem Material als Folge konzeptioneller Strömungen zunehmend eine untergeordnete und dienende Funktion zugewiesen. Die künstlerische Idee und nicht notwendiger Weise ihre physische Umsetzung rückten dabei in den Vordergrund künstlerischer Praxis und veränderte das Werk-Betrachter-Verhältnis grundlegend. Etwa zeitgleich begannen auch in der Ökonomie, Ökologie und in den Geistes- und Sozialwissenschaften neue Diskussionen über Material und Technik. Die Fokussierung auf Kommunikationsprozesse, das Erfassen und Vermitteln von Daten und Informationen, Virtualisierung und Digitalisierung, führten dabei zu einer Neubewertung einer Form-Material-Beziehung. Diese Prozesse haben bis heute eine weitreichende „Ent- und Rematerialisierung“ der Welt zur Folge.

Die Betonung physischer Präsenz von Objekten und Dingen in der Kunst erscheint nun wie ein greifbarer Gegenentwurf im Zeitalter der Digitalisierung. Diese Entwicklung ist ein tragendes Motiv für „New Frankfurt Internationals: Solid Signs“. Die Künstler in der Ausstellung fotografieren ihre Umgebung analog, ziehen Bilder auf Papier selbst ab oder verbinden Photochemie und Entwicklungsprozesse mit ungewöhnlichen Materialien und Situationen. Großformatige Landschaftsporträts entstehen in der Natur mittels Papier und Bleistift und verweisen so auch auf entschleunigte Herstellungsprozesse. Auch findet die Super 8 Kamera wieder vermehrt Verwendung, um atmosphärische statt technisch perfekte Bilder aufzunehmen. Einfache Grundstoffe wie Holz, Gips, Karton und Tusche werden als vielfältige Ausgangsmaterialien für Skulpturen und Bilder wiederentdeckt. Die beteiligten Künstler bedienen sich auch neuer Materialien und Verfahren, befragen diese aber vor allem hinsichtlich ihrer ästhetischen und körperlichen Qualitäten.

Beteiligte Künstler/-gruppen

Florian Albrecht-Schoeck, Bianca Baldi, Khaled Barakeh, Jagoda Bednarsky, Valentin Beinroth, Alfred Boman, Andrew de Freitas, Gunter Deller, Dorothee Diebold, Christiane Feser, Genoveva Filipovic, Simon Fujiwara, Özlem Günyol & Mustafa Kunt, Florian Haas, Anne Imhof, Vytautas Jurevicius, Romuald Karmakar, Johanna Kintner, Michel Klöfkorn, Daniela Kneip Velescu, Sandra Kranich, Kristallo (Jonathan Penca, Charlotte Simon, Zink Tonsur), Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler, Pia Linz, Emilia Neumann, Benjamin Patterson, Pennacchio Argentato, Att Poomtangon, Helena Schlichting, Helga Schmidhuber, Bernhard Schreiner, Jessica Sehrt, Simon Speiser, Lucie Stahl, Stefan Stark, Jol Thomson, Tracer (Thomas Bayrle, Martin Feldbauer, Daniel Kohl, Harald Pridgar), Raphaela Vogel, Markus Walenzyk, Jonas Weichsel und Sofi Żezmer.

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Gesprächen und Performances, das viele der beteiligten künstlerischen Positionen in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten vorstellt. Als weiterführende Informationsmedien stehen eine Publikation und die Projektwebseite www.newfrankfurtinternationals.de zur Verfügung.

„New Frankfurt Internationals: Solid Signs“ wird ermöglicht und gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Kuratorinnen

Lilian Engelmann (FKV), Elke Gruhn (NKV)

Ausstellungsorte

Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main
Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, Wilhelmstraße 15, 65185 Wiesbaden 

ÖFFNUNGSZEITEN FKV: Di, Do, Fr: 11 – 19 Uhr, Mi: 11 – 21 Uhr, Sa und So: 10 – 19 Uhr
ÖFFNUNGSZEITEN NKV: Di: 14 – 20 Uhr, Mi – Fr: 14 – 18 Uhr, Sa und So: 11-18 Uhr
EINTRITT: 8 € (ermäßigt: 6€) Das Ticket gilt an beiden Orten im Ausstellungszeitraum für den einmaligen Besuch der Ausstellung.