7. und 8. September 2014
Frankfurt am Main, hr-Sendesaal und Hanau, Congress Park


„Über allen Einfluss der Zeiten erhaben“ – Friedrich Schillers Kunstideal geriet zum Leitsatz einer Epoche, die als „Klassik“ auf den Begriff gebracht wurde. Wie sich Klassisches in der Musik durch die Zeiten zieht, macht das Motto EPOCHE MIT ZUKUNFT der Jungen Klassik deutlich: In vier Kompositionen aus 200 Jahren wird die Gegenwart des Vergangenen hörbar.

Junge Klassik

1917, im Jahr der russischen Revolution, befand sich Sergej Prokofieff in einer überaus produktiven Schaffensphase. In dieser Zeit des Umsturzes wendet er sich der Vergangenheit zu und schreibt eine Sinfonie im klassischen Stil, die „Symphonie classique“. Bohuslav Martinů greift in den 1940er Jahren den Gattungstyp der „Sinfonia concertante“ aus dem 18. Jahrhundert wieder auf. Bei seiner „Sinfonia concertante Nr. 2“ zitiert Martinů die Besetzung Joseph Haydns „Sinfonia concertante B-Dur“, einer maßgeblichen Komposition der Wiener Klassik. Ein Ensemble aus Violine, Violoncello, Oboe und Fagott trifft auf das Orchester. Alfred Schnittke verwendet Wolfgang Amadeus Mozarts Musik zu einer Faschingspantomime als konkreten Ausgangspunkt für sein postmodern ironisches „Moz-Art à la Haydn“. 1795 komponierte Haydn in London seine „Sinfonie Nr. 103“, die aufgrund ihres charakteristischen Beginns den Beinamen „Mit dem Paukenwirbel“ erhielt. Die Sinfonie entfernt sich deutlich vom Klangideal der Wiener Klassik und weist weit ins 19. Jahrhundert.