Ausstellung
14. Oktober 2010 bis 20. Februar 2011
Stadtmuseum Hofheim, Burgstraße 11, Hofheim am Taunus

Der Beitrag des Stadtmuseums Hofheim am Taunus zum „Phänomen Expressionismus“ steht auch im Kontext seines eigenen Ausstellungskonzepts, das u. a. die Präsentationen von Werken jener Künstlerinnen und Künstler vorsieht, die sich im Künstlerkreis um das „Blaue Haus“ der Künstlerin und Sammlerin Hanna Bekker vom Rath dauerhaft oder zeitweilig in Hofheim aufhielten.


  • Brücke und Blaues Haus-Ausstellung, Stadtmuseum Hofheim, Foto: Mara Monetti
    Brücke und Blaues Haus-Ausstellung, Stadtmuseum Hofheim, Foto: Mara Monetti
  • Brücke und Blaues Haus-Ausstellung, Stadtmuseum Hofheim, Foto: Mara Monetti
    Brücke und Blaues Haus-Ausstellung, Stadtmuseum Hofheim, Foto: Mara Monetti
  • Brücke und Blaues Haus-Ausstellung, Stadtmuseum Hofheim, Foto: Mara Monetti
    Brücke und Blaues Haus-Ausstellung, Stadtmuseum Hofheim, Foto: Mara Monetti

Zu diesem Künstlerkreis gehörte auch der Maler und Mitbegründer der expressionistischen Künstlergruppe „Brücke“ Karl Schmidt-Rottluff. Zusammen mit seiner Frau kam er 1932 zum ersten Mal nach Hofheim. Bis 1972 kehrte er regelmäßig dorthin zurück. Hanna Bekker vom Rath überließ ihm ihr Atelier. Hier fühlte sich Schmidt-Rottluff, der zu den verfemten Künstlern des Dritten Reichs gehörte, frei genug, um malen zu können. Mitte der 1950er Jahre richtete Hanna Bekker vom Rath ihm ein eigenes Atelier ein. Häufig traf Schmidt-Rottluff in Hofheim seine Freunde, vor allem Erich Heckel und Emy Roeder.

In Grafik und Skulptur bevorzugten die Brücke-Künstler Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff das Material Holz als jenen Werkstoff, der ihrer Intention nach Ursprünglichkeit und einfacher, ausdrucksstarker Form und starken Kontrasten am deutlichsten entsprach. Die besonderen Eigenarten des Holzes gehörten ebenso zum Charakter der Gestaltung wie auch das Bearbeiten des Holzes durch Hauen, Hacken, Schälen und Schnitzen der inneren Bewegtheit der Künstler und ihrer leidenschaftlichen Weltwahrnehmung unmittelbaren Ausdruck verlieh. In diesem Arbeitsprozess scheint die Grenze zwischen Grafik und Skulptur aufgehoben. Die Brücke-Künstler benutzten diese neuartigen Holzschnitte sowohl für ihre anspruchsvolle Künstlergrafik als auch zur Vervielfältigung ihrer Drucksachen. Nicht nur Plakate werden von ihnen in dieser Technik geschaffen, sondern ebenso Mitglieds- und Einladungskarten, Vignetten für Jahresmappen und Abbildungen in Katalogen. Auf diese Weise machten sie den eindrucksvollen Holzschnitt gleichsam zu ihrem Markenzeichen.