16. Dezember 2012 bis 24. Februar 2013
Museum Sinclair-Haus, Löwengasse 15, Eingang Dorotheenstraße, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe


„Wer Romantik meint, meint moderne Kunst, das heißt die Intimität, die Spiritualität, die Farbe und das Streben nach dem Unendlichen ausgedrückt mit allen verfügbaren Mitteln der Kunst.“ Charles Baudelaire, 1846

Imposante Berggipfel, unendliche Meeresweiten, magische Vollmondnächte – alles das gehört zum Repertoire einer romantischen Bildtradition, die tief in unserem visuellen Gedächtnis verankert ist.

  • Susanna Majuri, Falling 2011, © Galerie TAIK Berlin
    Susanna Majuri, Falling 2011, © Galerie TAIK Berlin
  • José María Mellado, Radar station by the cliff, © Galerie Boisserée, Köln
    José María Mellado, Radar station by the cliff, © Galerie Boisserée, Köln
  • Darren Almond, Fullmoon @ Rügen.III, 2004, © ALTANA Kulturstiftung
    Darren Almond, Fullmoon @ Rügen.III, 2004, © ALTANA Kulturstiftung

Als Antwort auf die Rationalität der Aufklärung wurde die Landschaft zum Seelenspiegel – das Märchen und der Traum schlossen neue Bereiche menschlicher Erfahrungsmöglichkeiten auf. Romantik, das bedeutete die Entdeckung des Sinnlichen und Emotionalen, der Schönheit und des Erhabenen.

Der Wunsch, in einer ausgeleuchteten Welt etwas Transzendentes, in einer funktionalen Gesellschaft etwas Geheimnisvolles und in den Banalitäten des Alltags etwas Sinnstiftendes zu finden, war – frei nach Novalis – die romantische Triebfeder. Nicht als Stil, sondern als Haltung wirkt dieser romantische Geist bis heute fort – oder wird sogar heute einmal mehr wiederentdeckt.

Die Ausstellung „Im Schein des Unendlichen“ stellt 13 internationale Künstlerinnen und Künstler vor, die mit ihren Werken der Romantik die Referenz erweisen.

Hiroyuki Masuyama uns Kris Martin zitieren und ironisieren die gewaltigen Bildwelten des romantischen Malers Caspar David Friedrich. Die lichten Landschaftsfotografien von Elger Esser, die magischen Aufnahmen des Kreidefelsens auf Rügen von Darren Almond, die gewaltigen Panoramen von José María Mellado und die beeindruckende Installation eines Eisberges aus Grönland von Mariele Neudecker spiegeln die Auseinandersetzung mit der Landschaft als Projektionsfläche unserer Erinnerungen. Videos von Marina Abramovic und Bill Viola, sowie die Fotografien des Amerikaners Alec Soth lassen den Menschen ganz im Naturraum verschwinden. Die finnische Fotografin Susanna Majuri und Christoph Brech erschließen brüchige Märchenwelten. Melanie Wiora reflektiert die durchlässige Grenze zwischen Mensch und Welt und eine große Außeninstallation von Nils-Udo richtet den Blick in die Höhe – in die Unendlichkeit romantischer Sehnsüchte.