August bis Oktober 2013
Theater Willy Praml auf dem Areal der ehemaligen Judengasse Frankfurt am Main


Das Kooperationsprojekt von Theater Willy Praml und Jüdischem Museum stellt die Frage nach der Romantik in Frankfurt am Main ganz konkret und bindet sie an die Person Heinrich Heines, an sein biografisches und künstlerisches Umfeld, an die vielschichtige historische Topografie der Stadt und das mit dieser eng verbundene Judentum.

  • Wernerkirche zu Bacharach, Stich von R. Bodmer nach Vorlage von J. A. Lasinsky, um 1830, Quelle: Rheinalbum Vues du bords du Rhin, Coblenz um 1832
    Wernerkirche zu Bacharach, Stich von R. Bodmer nach Vorlage von J. A. Lasinsky, um 1830, Quelle: Rheinalbum Vues du bords du Rhin, Coblenz um 1832
  • Stadtplan von Frankfurt mit Areal der Judengasse, © Archiv des Jüdischen Museums Frankfurt
    Stadtplan von Frankfurt mit Areal der Judengasse, © Archiv des Jüdischen Museums Frankfurt
  • Allegorie der Rheinromantik, Urheber Karl Christian Köhler, C. Köhler‘s Verlag, Leipzig, um 1870, Quelle: Wikipedia
    Allegorie der Rheinromantik, Urheber Karl Christian Köhler, C. Köhler‘s Verlag, Leipzig, um 1870, Quelle: Wikipedia
  • Historische Ansicht der Frankfurter Judengasse, © Archiv des Jüdischen Museums Frankfurt
    Historische Ansicht der Frankfurter Judengasse, © Archiv des Jüdischen Museums Frankfurt

Heine, der selbsternannte „letzte Romantiker“, bündelt als zentrale Gestalt diese Fragen. Sein Romanfragment „Der Rabbi von Bacharach“ wird gemeinsam mit weiteren zeitgenössischen Texten in Form einer Collage wesentliche Aspekte der Romantik und ihre Bedeutung auch für die Gegenwart vorstellen. Auf komplexe Weise hatte der Dichter der „Loreley“ in diesem Werk Rheinromantik und Judenverfolgung miteinander verwoben.

In der Form des Stationentheaters agieren Schauspieler, Musiker und ein Männerchor im öffentlichen Raum: Bespielt wird das Gebiet der ehema­­ligen Judengasse – einst Schauplatz in Heines Roman. Ausgangs- und End­punkt einer theatralen Führung durch Raum und Zeit, die auch benachbarte christliche Relikte einbezieht, wird das Museum Juden­gasse sein. In dem heute vor allem von urbaner Funktionalität geprägten Areal begibt sich die Inszenierung auf Spurensuche in der Literatur-, Stadt- und Religions­geschichte.