18. Oktober 2013 bis 26. Januar 2014
Schirn Kunsthalle Frankfurt, Frankfurt am Main,
weitere Station im Museum voor Schone Kunsten Gent


Im Herbst 2013 widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt Théodore Géricault (1791 – 1824) die erste große Einzelausstellung in Deutschland. Zwei zentrale Themenkomplexe des bedeutenden französischen Malers stehen im Mittelpunkt der in Kooperation mit dem Museum voor Schone Kunsten Gent erarbeiteten Schau: Das physische Leiden des Menschen, das eindrucksvoll in Stillleben mit abgeschnittenen Köpfen und Gliedmaßen zum Ausdruck kommt, sowie die psychische Qual, die in Géricaults Porträts von Geisteskranken augenfällig wird.

  • Théodore Géricault: „Le monomane du vol“, um 1819 – 1820, © Museum voor Schone Kunsten, Gent
    Théodore Géricault: „Le monomane du vol“, um 1819 – 1820, © Museum voor Schone Kunsten, Gent
  • Théodore Géricault: „Fragments anatomiques“, 1818, © Musée Fabre de Montpellier Agglomération – cliché Frédéric Jaulmes
    Théodore Géricault: „Fragments anatomiques“, 1818, © Musée Fabre de Montpellier Agglomération – cliché Frédéric Jaulmes

Die seinerzeit äußerst ungewöhnlichen Darstellungen von existentiellen Situationen, von Wahnsinn und Krankheit, von Leiden und Tod stehen beispielhaft für Géricaults Modernität, die mit Abscheu und Ekel besetzten Sujets Bildwürdigkeit verleiht.

Géricaults malerisches Œuvre spiegelt beides wider: die Faszination der Romantiker für Horror und den nüchternen Blick der Wissenschaft. Auch im Dialog mit Arbeiten von Zeitgenossen wie Francisco de Goya, Johann Heinrich Füssli oder Adolph Menzel wird die Ausstellung tradierte Auffassungen zur Gegensätzlichkeit von Realismus und Romantik in Frage stellen.