25. bis 27. September 2009
Frankfurt am Main


Das Internationale Musikinstitut Darmstadt und das Ensemble Modern, Frankfurt, initiieren mit Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain eine neue Reihe mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten für die Präsentation, Vermittlung und Reflexion von Gegenwartsmusik: Eine prominente Plattform für die vielfältige und avancierte zeitgenössische Musiklandschaft der Rhein-Main-Region.

  • ROTOR 2009, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Foto: Barbara Fahle
    ROTOR 2009, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Foto: Barbara Fahle
  • ROTOR 2009, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Foto: Barbara Fahle
    ROTOR 2009, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Foto: Barbara Fahle
  • ROTOR 2009, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Foto: Barbara Fahle
    ROTOR 2009, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Foto: Barbara Fahle

Diese neue Veranstaltungsreihe ist zugleich exemplarisch für das Selbstverständnis der Arbeit des Kulturfonds, der gemäß seinem Auftrag, die Kulturlandschaft Frankfurt RheinMain durch Gemeinschaftsprojekte zu vernetzen und nachhaltig zu entwickeln, als Impulsgeber für institutionelle Zusammenarbeit fungiert. Der Kulturfonds regt eine Kooperation des Internationalen Musikinstitut Darmstadt und des mit der Aufführung Neuer Musik befassten Ensemble Modern an, um eine strukturelle Stärkung der Neuen Musik in der Region und damit eine wachsende Öffentlichkeit für aktuelle Musik in der Rhein-Main-Region zu erreichen. Zusätzlich erhalten beide Institutionen dadurch neue Impulse und Herausforderungen für ihre schöpferische und vermittelnde Auseinandersetzung mit den vielgestaltigen Formen der Neuen Musik.

Programmübersicht
Das Ensemble Modern gestaltet drei Veranstaltungen innerhalb von ROTOR. In der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (25.09., 20.00 Uhr) und in der Alten Oper (27.09., 12.00 Uhr) bringt das Ensemble Modern unter der Leitung des französischen Dirigenten Franck Ollu Werke von Edgar Varèse, Luigi Nono, Iannis Xenakis, Pierre Boulez, Bernd Alois Zimmermann und Karel Goeyvaerts zur Aufführung. Allesamt Komponisten, die heute unbestritten zu den Pionieren und wichtigsten Impulsgebern des Musik des 20. Jahrhunderts zählen. Gleichzeitig sind diese Namen fast alle untrennbar mit den vom IMD veranstalteten Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt verbunden.

Im Künstlerhaus Mousonturm (26. und 27.09., jeweils 21.00 Uhr) präsentiert das Ensemble Modern zusammen mit dem Schauspieler Josef Bierbichler Eislermaterial von Heiner Goebbels. Seit seiner Uraufführung 1998 in München wurde das szenische Konzert aus Liedern, instrumentalen, z.T. improvisierten Passagen und Textcollagen – mehr als 50 Mal weltweit gespielt und mit jeweils überwältigender Resonanz bei Publikum und Kritik aufgenommen.

Die Stipendiaten der Internationalen Ensemble Modern Akademie beteiligen sich an ROTOR mit zwei Konzerten. Das erste ist Klassikern von Pierre Boulez, Luciano Berio und Helmut Lachenmann gewidmet. Das zweite führt nach Asien. Im Mittelpunkt dieses Konzertes steht die Musik des 1929 geborenen japanischen Komponisten Joji Yuasa, der persönlich zugegen sein wird. Yuasa begann sich als Autodidakt ab 1952 noch während seines Medizinstudiums intensiv mit Musik zu beschäftigen. Zahlreiche Einladungen zu Forschungs- und Lehrveranstaltungen und Aufführungen seiner Werke führten ihn immer wieder nach Europa, Amerika, Kanada und Australien. In Frankfurt erklingen zwei seiner Kompositionen ergänzt von Kaija Saariahos Six Japanese Gardens sowie Werke der Südkoreanerin Unsuk Chin und Helmut Lachenmanns.

Unter dem Titel: Landmarken: Neue Musik in der Rhen-Main-Region. politisch –historisch – ästhetisch stellen am 26.09. ab 10.00 Uhr, acht Referenten im Finkenhof, darunter der ehemalige Redakteur für Neue Musik beim Hessischen Rundfunk Bernd Leukert, und Susanne Schaal-Gotthardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hindemith-Institut in Frankfurt am Main, die Situation der zeitgenössischen Musik in der Metropolregion Rhein-Main in den Bereichen Ausbildung, Verlage, Medien u.a. vor. Flankiert werden die Vorträge von Klavierwerken von Oliver Messiaen sowie von kurzen Uraufführungsstücken von Martin Schüttler und Hannes Seidl.