Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain kombiniert in der Darmstädter Centralstation lokale Filmgeschichte und aufregende Live-Acts

Laut und bunt – diese Begriffe würde man auf den ersten Blick eher mit dem Kino der Neuzeit verbinden. Doch „KINO VARIÉTÉ RheinMain — eine Region entdeckt ihre lokale Filmgeschichte", ein Projekt des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, zeigt, dass die Ursprungsform – das Stummfilmkino – hier eindeutig mithalten kann. Unterlegt mit Live-Musik und begleitet durch akrobatische Darstellungen wird das Kino am Freitag, den 8. Februar 2019, um 20 Uhr, in der Centralstation Darmstadt zum echten Erlebnis. Ein besonderer Reiz sind dabei die lokalen Aufnahmen, die das Filmprogramm zum Highlight machen. Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds, ist insbesondere von der regionalen und historischen Ausrichtung begeistert: „Ein Abend im KINO VARIÉTÉ liefert neue und unvergleichliche Einsichten und Perspektiven auf die Vergangenheit und Vielfalt unserer Region. Die großartige Unterhaltung rund um das Programm lässt das historische Kino – auch lokal – wieder auferstehen: Fast so, als wäre man mittendrin."

Gezeigt werden in der Centralstation Kurzfilme, die den Bombenhagel während des Zweiten Weltkrieges überlebt haben und Darmstadt Ende der 1930er Jahre ein letztes Mal unzerstört zeigen. Unter dem Titel „Darmstadt - eine Stadt vor 80 Jahren" erwarten die Gäste zunächst Ansichten des alten Darmstadt. Zusammengestellt wurde diese Expedition in die Darmstädter Filmgeschichte aus mehreren Filmen. Ausgangsmaterial war der 1938 entstandene Film „Die Stadt im Walde", ein Portrait der Stadt als Industrie- und Forschungsstadt. Hinzu kommen zwei Kurzfilme von Klaus Arnheiter mit einzigartigen Stadtaufnahmen von 1937. Nach dem heiteren Avantgardefilm „Vormittagsspuk" (1928) von Hans Richter folgt ein Meilenstein der Darmstädter Filmgeschichte, der Industriefilm „E. Merck, Darmstadt, Chemische Fabrik" aus dem Jahre 1921, der auch im Ausland die Leistungsfähigkeit der deutschen Pharma- und Chemieindustrie nach dem Ersten Weltkrieg vorstellen sollte. Den Höhepunkt des Abends bildet der Hauptfilm „Eine Tolle Nacht" (1926), in dem sich ein Geschäftsreisender aus der Provinz in die Großstadt Berlin verirrt.

Die musikalische Untermalung – eine Kombination aus historischer Kino-Musik sowie improvisierten Klängen heutiger Jazz-Anleihen - übernehmen der Wiesbadener Jazz-Preisträger Uwe Oberg und die Mainzer Stimmkünstlerin Silvia Sauer. Akrobatische Kunstwerke zeigen Antje Pode mit ihren fliegenden Koffern und das Duo Elabö aus Darmstadt, das für seine Handstand-Artistik die volle Raumhöhe der Centralstation nutzen wird.

Zu sehen ist das KINO VARIÉTÉ am Freitag, den 8. Februar, um 20 Uhr in der Centralstation Darmstadt. Das Projekt verantwortet aus Anlass seines 10-jährigen Jubiläums der Kulturfonds Frankfurt RheinMain - in Kooperation mit der Filmredaktion von ZDF/ARTE in Mainz und dem DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. Vor Ort wird die Veranstaltung durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Centralstation unterstützt. Noch bis Sommer 2019 findet KINO VARIÉTÉ mit vergleichbarem Programm in Wiesbaden, Hofheim, Offenbach und Oestrich-Winkel statt und bietet Interessierten die Gelegenheit, Abende im Zeichen historischer Kinogeschichte und Filmkultur zu erleben. Um dem regionalen Fokus Rechnung zu tragen, variieren die gezeigten Filme je nach Veranstaltungsort.