Vom 24. April bis zum 4. Mai 2018 macht die „hyperMOODbox“, ein Projekt des Kulturfonds Frankfurt RheinMain in Kooperation mit der Deutschen Bahn AG, Halt im Darmstädter Hauptbahnhof. Auf neun begehbaren und interaktiv angelegten Quadratmetern lädt die Box zum Entdecken ein und bietet Interessierten die Gelegenheit, ihren individuellen Soundtrack für die Wartezeit am Bahnhof zu komponieren. Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, und Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds, sind vom neuen Projekt angetan und rufen zum Besuch der Box auf. „Mit mehr als vierzigtausend Reisenden pro Tag ist der Darmstädter Hauptbahnhof die am zweitstärksten frequentierte Bahnstation in Hessen – und er ist damit das Tor zu einer Stadt, die von Mobilität und Kreativität geprägt ist, vom Ideenreichtum und der auch geistigen Beweglichkeit ihrer aus aller Welt stammenden Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Diese spezifische Qualität des Darmstädter Lebens fängt die ,hyperMOODbox‘ genau am richtigen Ort ein – und sie fordert Reisende und Passanten dazu auf, damit spielerisch und phantasievoll umzugehen.“ Dr. Helmut Müller ergänzt: „Die „hyperMOODbox“ ist eine wunderbare Gelegenheit, um einen Augenblick inne zu halten und sich der Vielfalt unserer Umgebung bewusst zu werden. Als Transit-Ort, der in hohem Maß von Hektik und Zeitdruck geprägt ist, eignet sich der Darmstädter Bahnhof für diesen Ansatz ganz besonders.“
Dazu nutzt die Box die vielfältige Klangkulisse des Bahnhofs. Ein- und abfahrende Züge, Rollkoffer, Schritte, Gespräche, Fahrplandurchsagen, Klingeltöne oder Automatengeräusche werden aufgezeichnet, im „hyperMOODbox“-Programm audiovisuell bearbeitet und schließlich zu Rhythmus und Struktur kombiniert. Im interaktiven Zusammenspiel mit den Besuchern entstehen aus den Klangfarben des Bahnhofs dann Songs verschiedener Musikstile. Dass die Installation an den Hauptbahnhöfen dreier hessischer Großstädte Halt macht, ist für Dr. Klaus Vornhusen, den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für das Land Hessen, eine Ehre und Bereicherung: „Am Bahnhof begegnen uns jede Sekunde unzählige Geräusche, von denen wir die wenigsten überhaupt bewusst wahrnehmen. Umso schöner ist es, den Sound des Bahnhofs nun künstlerisch interpretiert zu erleben – noch dazu komponiert im eigenen, ganz individuellen Stil.“ Auch Dr. Julia Cloot, Kuratorin und stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, sieht zahlreiche Parallelen zwischen Installation und Veranstaltungsort: „Wie der Hauptbahnhof steht auch die „hyperMOODbox“ für eine Reise und damit in enger Verbindung mit unserem aktuellen Themenschwerpunkt „Transit“. Der Besucher unternimmt einen Kurzausflug aus dem turbulenten Alltag hinein in eine Welt, in der sich die Geräuschkulisse des Bahnhofs zu etwas neuem und einzigartigem verbindet. Inmitten des Bahnhofstrubels schafft die Box damit einen Raum, den sich alle Interessierten interaktiv zu Eigen machen können.“ Insgesamt vier Sitzplätze stehen den Besuchern dabei zur Verfügung.
Gestaltet wurde die „hyperMOODbox“ von drei Künstlern. Beteiligt war neben der in Kanada geborenen Annesley Black, die derzeit als freischaffende Komponistin und Lehrbeauftragte an Dr. Hoch‘s Konservatorium sowie der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main tätig ist, auch der freischaffende Darmstädter Künstler, Komponist und Gestalter Marc Behrens. Die aus Lüdenscheid stammende freischaffende Künstlerin Julia Mihály, die ihren Fokus auf die Schnittstellen von Neuer Musik, Performance und Elektroakustischer Musik legt, komplettiert das Trio.
Geöffnet ist die „hyperMOODbox“ am 24. April zwischen 19:00 und 21:00 Uhr sowie vom 25. April bis zum 4. Mai 2018 jeweils zwischen 11:00 und 20:00 Uhr. Letzte Station macht die „hyperMOODbox“ vom 02. bis 08. Juli 2018 am Wiesbadener Hauptbahnhof. Im Februar war das Projekt bereits am Frankfurter Hauptbahnhof zu Gast.