Breite Förderung leistet wichtigen Beitrag zur künstlerischen Vielfalt in der Region

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain hat grünes Licht für die Unterstützung von acht Kunst- und Kulturprojekten gegeben. Mit einer Summe von 1,7 Mio. Euro setzt der Kulturfonds vor allem auf die Förderung von thematischer Vielfalt: Von der Inszenierung von Klassikern bis hin zu moderner Fotografie sind alle Kunst- und Kultursparten abgedeckt. „Ich freue mich schon jetzt auf die Umsetzung der ausgewählten Projekte. Durch die Unterstützung der sehr unterschiedlichen Projekte bewahrt und stärkt der Kulturfonds den kulturellen Reichtum und die künstlerische Vielfalt unserer Region und damit unseren Ruf als herausragende Kunst- und Kulturregion“, so der Vorsitzende des Kulturausschusses des Fonds, Staatssekretär Ingmar Jung, der sich von der Auswahl und dem Engagement des Kulturfonds überzeugt zeigte. „Mit der aktuellen Förderrunde wollen wir einerseits unserem Themenschwerpunkt ‚Transit‘ Rechnung tragen und Projekte unterstützen, die den stetigen Wandel und die künstlerische Aufnahme von Umbrüchen in unserer Gesellschaft thematisieren. Andererseits wollen wir aber auch Projekte fördern, die sich Themen widmen, die eine Strahlkraft über die Region hinaus haben und zur besseren regionalen Vernetzung beitragen", stellte der Geschäftsführer des Kulturfonds, Dr. Helmut Müller, heraus.

Zudem wird die neue Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Ina Hartwig, in der Nachfolge von Prof. Dr. Felix Semmelroth stellv. Vorsitzende des Kulturausschusses. „Wir heißen Ina Hartwig herzlich willkommen in unserem Gremium und freuen uns auf die Zusammenarbeit bei der Vernetzung der Kulturlandschaft in Frankfurt und der Rhein-Main-Region“, sagte der Vorsitzende, Staatssekretär Jung, und fügte in der Sitzung hinzu: „Ihrem Amtsvorgänger Felix Semmelroth möchte ich meine Anerkennung für zehn erfolgreiche Jahre als Kulturdezernent und stellv. Vorsitzender des Kulturfonds aussprechen und herzlich für sein Engagement und seine Leidenschaft für die Kunst- und Kulturszene unserer Region danken.“

Förderprojekte bilden exemplarisch die Bandbreite des Schwerpunktthemas „Transit“ ab

Drei der acht geförderten Projekte sind dem Schwerpunktthema „Transit“ zuzurechnen. Sie zeigen exemplarisch, welche vielfältigen Bezugspunkte „Transit“ eröffnet. Im Rahmen von „Transit Sibirien 2017“ unterstützt der Kulturfonds ein außergewöhnliches Projekt des Schauspiels Frankfurt. Für dieses Projekt tritt der preisgekrönte ungarische Regisseur Victor Bodó eine Reise von Moskau bis Peking mit der Transsibirischen Eisenbahn an, die seit Jahrhunderten Europa und Asien verbindet. Diese wunderbare Reiseerfahrung wird nicht nur filmisch dokumentiert, sondern durch ein poetisch-musikalisches Filmtheater für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht und im Bockenheimer Depot aufgeführt.

Die Kronberg Academy Stiftung erhält vom Kulturfonds Unterstützung für die Umsetzung ihres musikalischen Programms „In eine neue Welt“. In Kooperation mit Flüchtlingen und mit Hilfe von Musik sollen Zuhörer Entwurzelung, Flucht und Heimatlosigkeit als zentrale Transiterfahrungen selbst erleben können. Dieses Erlebnis wird durch ausgewählte Werke von Komponisten verstärkt, die selbst Erfahrungen mit dem Leben im Exil gemacht haben.

Beim Projekt „Komplex Europa“ steht das Spannungsverhältnis zwischen europäischer Idee und Wirklichkeit im Fokus, das sich gerade in den letzten Jahren noch einmal verschärft hat. Mit Lesungen bedeutender Autoren und Podiumsdiskussion von Personen aus Kunst und Kultur und durch den Austausch mit dem Publikum will das Literaturhaus Frankfurt Europa begreifbar machen – in all seinen Widersprüchen, Gemeinsamkeiten und noch ungenutzten Potenzialen.

Wissenschaft und Bildung als wichtiger Förderschwerpunkt

Unter dem Schwerpunkt „Wissenschaft und Bildung“ fördert der Kulturfonds ergänzend zum Schwerpunktthema „Transit“ spannende Projekte, die einen Einblick in die Geschichte der Kunst gewähren und damit wichtiges Wissen zu den verschiedenen Epochen und ihren Besonderheiten vermitteln.

In der Sonderausstellung „William Kentridge: Automaton“ treffen die zeitgenössischen Werke des Künstlers William Kentridge mit der Liebighaus Skulpturensammlung auf 5.000 Jahre Bildhauerei. Dieser Dialog legt inhaltlich-thematische, mediale und zeitliche Bezüge zwischen moderner und historischer Kunst offen und gibt Einblick, wie sich Bewegung als Mittel der Kunst über die Zeit verändert und entwickelt hat.

Das Museum Wiesbaden wird in diesem Jahr vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain dabei unterstützt, nach 100 Jahren die private Kunstsammlung des Mäzens und Sammlers Heinrich Kirchhoff noch einmal der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Ausstellung „Heinrich Kirchhoff – Ein Sammler von Jawlensky, Klee, Nolde …“ führt den Besuchern eindrucksvoll die Entwicklung der deutschen Kunst vom Impressionismus über den Expressionismus bis zur Abstraktion vor Augen und beleuchtet über zwei Dekaden deutscher Kunstgeschichte von 1914 bis 1934.

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt thematisiert mit der Ausstellung „Glanz und Elend in der Weimarer Republik – Von Otto Dix bis Lotte Laserstein“ anhand von rund 200 Werken von über 50 Künstlerinnen und Künstlern die bewegten Jahre der Weimarer Republik von 1918 bis 1933. Eine Phase der deutschen Geschichte, die sowohl in politischer und sozialer als auch in künstlerischer Hinsicht tiefgreifende Umbrüche verzeichnete. Durch die thematische Einordnung der einzelnen Werke eröffnet sich den Besucherinnen und Besuchern ein einzigartiger und ganz neuer Blick auf das Leben und die bestimmenden Themen der damaligen Zeit.

Förderung erstreckt sich auch auf moderne Fotografie
und die weltweit bekannten Gebrüder Grimm

Mit dem Thema „Extreme“ möchte das Kooperationsbündnis „RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018“, das auf Initiative des Kulturfonds gegründet wurde, an den Erfolg der Veranstaltungen im Jahr 2015 anknüpfen. Bei RAY 2018 werden, neben der Ausstellung in Frankfurt, mehr als zehn Veranstaltungsorte in der Region beteiligt sein.

Die Stadt Hanau wird bei der Ausrichtung ihrer traditionsreichen „Brüder-Grimm-Festspiele“ unterstützt, die bereits seit 20 Jahren als herausragende Open-Air-Aktivität und wichtiger Kulturbestandteil in der Rhein-Main-Region gelten. Bei der Neuinterpretation und Musical-Uraufführung des Stücks „Vom Fischer und seiner Frau“ warten die Festspiele mit einem Highlight auf: Ein Live-Orchester wird die Aufführung des Märchens begleiten. Die Festspiele beweisen damit erneut ihre Dynamik und Innovationskraft. Auch zahlreiche weitere Inszenierungen der klassischen Literatur, wie z. B. „Frau Holle“, erwarten die Festival-Besucher.

Jung und Müller resümierten abschließend: „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit den ausgewählten Projekten erneut den Ansprüchen an uns und den Bedürfnissen der Region Rechnung tragen. Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, zu zeigen, welche außerordentliche Bedeutung Kunst und Kultur in dieser Region haben."

 
Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain wurde im Jahr 2007 auf Initiative der Hessischen Landesregierung als gGmbH mit Sitz in Bad Homburg gegründet. Hauptaufgabe des Kulturfonds ist es, die Metropolregion Frankfurt RheinMain durch kulturelle Zusammenarbeit besser zu vernetzen, die Attraktivität zu stärken sowie die kunst- und kulturgeschichtliche Tradition der Region zu dokumentieren. Der Fonds fördert vor allem Projekten mit nationaler und internationaler Strahlkraft und daneben auch regionale Kulturaktivitäten. Dank der Zuwendungen seiner Gesellschafter konnte er bislang rund 45 Mio. Euro Fördermittel bereitstellen.
 
Vorsitz des Kulturausschusses:                      Staatssekretär Ingmar Jung (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst)
Vorsitz des Kuratoriums:                                  Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann (Präsident des Goethe-Instituts)
Geschäftsführung:                                             Dr. Helmut Müller
Kuratorin und stellv. Geschäftsführerin:       Dr. Julia Cloot
 
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