Aktuelle Relevanz durch Flüchtlingssituation verstärkt Interesse am temporären Themenschwerpunkt

Als der temporäre Themenschwerpunkt „Transit“ des Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Sommer 2015 offiziell startete, war noch nicht abzusehen, welche gesellschaftliche Bedeutung er durch die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa bekommen würde. Auch zum jetzigen Zeitpunkt ist nur schwer abzuschätzen, welchen Einfluss Wanderung und Migration langfristig auf Staat und Gesellschaft haben werden – und damit bleibt auch offen, wie sich dieser Wandel auf die kulturelle Entwicklung in Deutschland und Europa auswirken wird. „Kunst und Kultur reflektieren seit jeher gesellschaftliche Umbrüche der Größenordnung, wie wir sie aktuell erleben, und liefern so einen wichtigen Beitrag zu deren Verständnis. Nicht zuletzt deswegen stößt unser Themenschwerpunkt ‚Transit‘, der beispielhaft für Wandel, Wechsel und Übergang steht, auf enorme Resonanz“, erklärt der Geschäftsführer des Kulturfonds, Dr. Helmut Müller, das stetig wachsende Interesse am neuen Schwerpunktthema, und ergänzt: „Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen haben die Gremien des Kulturfonds beschlossen, den temporären Schwerpunkt ‚Transit‘ um ein weiteres Jahr bis Ende 2018 zu verlängern.“ Insgesamt wurde bereits eine Fördersumme von rund 3,4 Millionen Euro für 33 Kulturprojekte bewilligt. 2016 laufen insgesamt 15 neue Projekte an, die „Transit“ auf unterschiedliche Weise widerspiegeln.

„Transit“ ist aber selbstverständlich mehr als Tagesaktualität. Der Begriff charakterisiert schon immer die Region mit den Flüssen Rhein und Main, dem Frankfurter Flughafen als Hessens „Tor zur Welt“, den zahlreichen großen Bahnhöfen und der grundsätzlichen regionalen Vernetzung wie kein anderer, da Übergänge, Transitsituationen, hier Realität sind. Zudem kann „Transit“ beispielsweise auch als Transit zwischen den Künsten in inter- und transmedialen Konstellationen, als transversales Raumkonzept zwischen urbanem und künstlerischem Raum oder als transitorisches Wissen innerhalb unserer vernetzten Informationsgesellschaft verstanden werden.

„Das Besondere an ‚Transit‘ ist, dass der Begriff Raum für die Entwicklung von vielfältigen künstlerischen Projekten lässt – das werden auch die außergewöhnlichen Projekte, die 2016 anlaufen, bestätigen“, freut sich die stellvertretende Geschäftsführerin und Kuratorin des Kulturfonds, Dr. Julia Cloot, auf das laufende Jahr und die zahlreichen Premieren. So sei eine philosophische Auslegung genauso denkbar wie eine soziologische, migrationspolitische, kunstästhetische oder medientheoretische Interpretation.

Eine Übersicht über die zahlreichen, qualitativ hochwertigen Einzelprojekte, die unter „Transit“ gefördert werden, gibt die zweite Auflage des Transit-Booklets, das in diesen Tagen vom Kulturfonds veröffentlich wird. Zudem sind dort auch die Veranstaltungen aufgelistet, die bereits abgeschlossen sind. Das Booklet wird in immer wieder aktualisierter Form den Schwerpunkt hindurch begleiten. Es liegt in zahlreichen Kulturinstitutionen der Region aus oder kann unter presse@kulturfonds-frm.de angefordert werden.

Weitere Informationen zum Themenschwerpunkt und zu den verschiedenen Veranstaltungen und Projekten erhalten Sie unter: www.kulturfonds-frm.de/transit