Eindrucksvolle Projektpartnerschaften begeistern für Kunst und Kultur

Mit dem zu Ende gegangenen Schuljahr endet auch die zweite Runde des Jugendprogramms KUNSTVOLL des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. KUNSTVOLL, das bedeutet Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ – Schülerinnen und Schüler gestalten im Verlauf eines Schuljahres gemeinsam mit Künstlern, Kunstvermittlern und Pädagogen ein Projekt, das sie bis zu den Sommerferien präsentieren (http://kulturfonds-frm.de/kunstvoll/was-ist-kunstvoll). Im Schuljahr 2014/2015 unterstützte der Kulturfonds 19 spannende Kulturpartnerschaften, deren Zusammenarbeit in eindrucksvollen Projektpräsentationen mündete, von denen viele ihre Premieren in den vergangenen Wochen in Frankfurt, Darmstadt, Hanau, Wiesbaden, dem Hochtaunus- und dem Main-Taunus-Kreis feierten (http://kulturfonds-frm.de/kunstvoll/projekte-2014-2015).

Eine Expertenjury hatte aus 33 qualitativ hochwertigen Projekten 19 ausgewählt, die umgesetzt werden konnten. Dabei sind die Projektideen genauso vielfältig wie die Kulturpartnerschaften, die sich um eine Förderung durch KUNSTVOLL bewerben: Egal ob Haupt- oder Realschule, Gymnasium oder Berufsschule, wirklich alle Schulformen bewarben sich mit den unterschiedlichsten Kultureinrichtungen um die Teilnahme an dem Projekt zur kulturellen Bildung. „Das große und stetig wachsende Interesse an KUNSTVOLL bestätigt, wie wichtig es ist Kindern und Jugendlichen – unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund – einen Zugang zu Kunst und Kultur zu eröffnen und dass es bisher an Projekten zur Kulturvermittlung gemangelt hat. KUNSTVOLL schließt diese Lücke und fördert so die kulturelle Zusammenarbeit in der und für die Kulturregion Frankfurt RheinMain“ erklärte der Vorsitzende des Kulturausschusses des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Oberbürgermeister Jochen Partsch, die Bedeutung des Projekts.Knapp 600 Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr mit ihren Lehren und Kulturschaffenden intensiv zusammen gearbeitet: Gemeinsam wurden bei den einzelnen Kulturpartnerschaften beispielsweise Theaterstücke entwickelt, Ausstellungen konzipiert oder Konzerte aufgeführt. Sowohl Thema als auch Form des Projekts werden bei KUNSTVOLL von den Kulturpartnern frei gewählt, der Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt. Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds, zeigte sich von der zweiten Runde des Kulturvermittlungsprojekts überzeugt: „Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für Kunst und Kultur zu begeistern und sie ihr eigenes Verständnis von Kunst entwickeln zu lassen. Ich denke, die Projektpräsentationen – die unsere Erwartungen weit übertroffen haben – belegen, dass uns das gelungen ist: Dank des großen Engagements aller Beteiligter sind eindrucksvolle Projekte entstanden, die ausgesprochen gut waren!“

KUNSTVOLL steht für kreative Vielfalt – Beispiele für Beteiligung aller Schulformen und Kunstsparten

  • Eine dieser beeindruckenden Kooperationen ist das Theaterprojekt „Die WERFT“, das in Zusammenarbeit zwischen der Schule der JVA Wiesbaden, dem Förderverein JVA Holzstraße e.V. und der Kulturproduktion INVOLVE-Dechow Freie Partner entstanden ist. Hundertachtzig Freiwillige, vom Schüler bis zur Rentnerin, waren dem Aufruf zur Unterstützung einer bemerkenswerten Kunstaktion nachgekommen: Im Februar 1903 antwortet Rainer Maria Rilke in einem ausführlichen Brief auf Fragen eines jungen Dichters zum Wesen von Literatur. Im Februar 2015 wurde dieser „Brief an einen jungen Dichter“ persönlich und handschriftlich von den Freiwilligen abgeschrieben und sämtlichen Gefangenen der JVA Wiesbaden zugestellt. Einige der jungen Männer haben reagiert, in Texten und Gedichten ihre Gedanken und Gefühle in Haft aufgearbeitet, die dann in eine szenisch-musikalische Collage auf der Bühne umgesetzt wurden. „Wie du reimt keiner, Rainer“ ist ein Stück über Sehnsucht, Wut, Einsamkeit, aber auch Voyeurismus, Sensationen und die Droge Aufmerksamkeit. Das Projekt verfolgt das ehrgeizige Ziel durch anspruchsvolle Theaterarbeit mit jungen inhaftierten Männern, deren interkulturelle Dialogbereitschaft zu fördern, Persönlichkeit und Resozialisierungchancen zu stärken, aber auch Vorurteile gegen verurteilte Straftäter abzubauen – und war gleich sehr erfolgreich: Die Produktion konnte die meisten Publikumsstimmen auf sich vereinen und erhielt den Publikumspreis der Hessischen Theatertage 2015.
  • Vielfalt beweist KUNSTVOLL auch dadurch, dass diverse Kunstsparten in den Projektpartnerschaften Berücksichtigung finden. So waren im Schuljahr 2014/2015 zum ersten Mal diverse Museen als Projektpartner beteiligt, die den Schülern die Arbeit in und mit einem Museum näher brachten. Über 20 Schülerinnen und Schüler der Louise-Schroeder-Schule, einer Berufsbildenden Schule, haben so beispielsweise mit Hilfe des „Dresscode Museums“ eine außergewöhnliche Ausstellung rund um das Thema Kleidung und Mode in Kooperation mit dem Landesmuseum Wiesbaden erarbeitet. Was tragen Menschen auf Kunstwerken und warum? Was können wir uns von (echten) Paradiesvögeln für unseren Kleidungsstil abschauen? Und was trägt eigentlich der typische Museumsbesucher? Die Antworten auf diese Fragen zeigen, welche Rolle Kleidung für viele spielt.
  • In Kooperation mit der Musikschule Bad Soden haben Schülerinnen der St. Angela-Schule Königstein im gemeinsamen Projekt „FilMusik“ wiederum den packenden Dokumentarfilm „Fluchtpunkt“ gedreht. Hierbei sind die Schülerinnen in die Rollen von Kameraleuten, Drehbuchautoren, Regisseuren, Reportern, Musikern und Komponisten geschlüpft. Mit großem Engagement und viel Verantwortung ist so eine Dokumentation über die aktuelle Flüchtlingssituation im Taunus und vor allem die dramatischen Lebensgeschichten der Menschen dahinter entstanden, die die Schüler mit einer eigens komponierten Filmmusik perfekt untermalt und in Szene gesetzt haben.Ebenso faszinierend ist die Projektpartnerschaft einer Schule aus dem Hochtaunuskreis mit einer Kulturinstitution aus Frankfurt: Die Musikklasse der sechsten Stufe der Humboldtschule Bad Homburg erarbeitete im Rahmen von KUNSTVOLL mit Mitgliedern der Jungen Deutschen Philharmonie ein Live-Hörspiel. In wöchentlich stattfinden Workshops haben sich die Kinder intensiv mit den verschiedensten Möglichkeiten auseinandergesetzt, die Grusel-Komödie „Geister, nichts wie weg hier!“ als Hörspiel zu vertonen. Die Jugendlichen erhielten Sprechtraining und entdecken, welche Geräusche sich mit Musikinstrumenten, aber auch mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs erzeugen lassen. Am Ende wurde das Hörspielstudio live auf die Bühne geholt. Die Zuschauer konnten so einerseits mit geschlossenen Augen und nur durch Hören die Geschichte vor ihrem inneren Auge entstehen lassen, andererseits auch zusehen, wie ein Hörspiel entsteht.
  • Ebenso faszinierend ist die Projektpartnerschaft einer Schule aus dem Hochtaunuskreis mit einer Kulturinstitution aus Frankfurt: Die Musikklasse der sechsten Stufe der Humboldtschule Bad Homburg erarbeitete im Rahmen von KUNSTVOLL mit Mitgliedern der Jungen Deutschen Philharmonie ein Live-Hörspiel. In wöchentlich stattfinden Workshops haben sich die Kinder intensiv mit den verschiedensten Möglichkeiten auseinandergesetzt, die Grusel-Komödie „Geister, nichts wie weg hier!“ als Hörspiel zu vertonen. Die Jugendlichen erhielten Sprechtraining und entdecken, welche Geräusche sich mit Musikinstrumenten, aber auch mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs erzeugen lassen. Am Ende wurde das Hörspielstudio live auf die Bühne geholt. Die Zuschauer konnten so einerseits mit geschlossenen Augen und nur durch Hören die Geschichte vor ihrem inneren Auge entstehen lassen, andererseits auch zusehen, wie ein Hörspiel entsteht.Studierende der Darmstädter Alice-Eleonoren-Schule haben sich in dem Performance Projekt „Irgendwie anders“ mit Einsamkeit, Fremdheit und Ausgestoßensein beschäftigt
  • Themen, die gerade für angehende Erzieherinnen und Erzieher von großer Bedeutung sind. Angeregt von dem gleichnamigen Kinderbuch von Kathryn Cave und Chris Ridell, das 1997 mit dem UNESCO-Preis für Kinder und Jugendliteratur im Dienst der Toleranz ausgezeichnet wurde, haben mehr als 20 Studierende der Fachschule für Sozialpädagogik gemeinsam mit dem Theaterlabor Darmstadt ein performatives Schattenspiel über das Fremde in und um uns geschaffen, das die Arbeit mit Masken und Schatten in den Mittelpunkt stellt und bei dem die angehenden Erzieher als Darsteller selbst mitspielen. Auch an der Dramaturgie, dem Kostüm- und Bühnenentwurf sowie dem Maskenbau haben sie entscheidend mitgewirkt.

Neben diesen fünf spannenden Kulturpartnerschaften unterstützte der Kulturfonds im Schuljahr 2014/2015 noch 14 weitere qualitativ hochwertige Projekte.

Auch im kommenden Schuljahr 2015/2016 startet KUNSTVOLL wieder durch

Im kommenden Schuljahr geht KUNSTVOLL bereits in die dritte Runde: 20 Schulen und Kultureinrichtungen können sich über die Unterstützung des Kulturfonds freuen, der 200.000 Euro für die Umsetzung des Jugendprogramms bereitstellt. Das Kulturvermittlungsprojekt wird unter großzügiger Beteiligung von Partnern durchgeführt, die sich bereits für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Kunst einsetzen. Dazu zählen die Deutsche Vermögensberatung AG DVAG (Frankfurt am Main), Fresenius SE&Co.KGaA (Bad Homburg vor der Höhe) und die Mainova AG (Frankfurt am Main).

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain wurde im Jahr 2007 auf Initiative der Hessischen Landesregierung als GmbH mit Sitz in Bad Homburg gegründet. Hauptaufgabe des Kulturfonds ist es, die Metropolregion Frankfurt RheinMain durch kulturelle Zusammenarbeit besser zu vernetzen, die Attraktivität zu stärken sowie die kunst- und kulturgeschichtliche Tradition der Region zu dokumentieren.

Vorsitz des Kulturausschusses:  Oberbürgermeister Jochen Partsch (Darmstadt)
Vorsitz des Kuratoriums: Staatsministerin a. D. Ruth Wagner
Geschäftsführung: Dr. Helmut Müller
Kuratorin und stellv. Geschäftsführerin: Dr. Julia Cloot

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