Seit dem Schuljahr 2013/2014 unterstützt der Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Rahmen von KUNSTVOLL spannende und vielversprechende Kulturpartnerschaften zwischen Schulen und Kultureinrichtungen im Rhein-Main-Gebiet, und bringt so Kunst buchstäblich in die Schule: Durch die Förderung des Kulturfonds können Schüler gemeinsam mit Künstlern im Verlauf eines ganzen Schuljahres Theaterstücke, Ausstellungen oder musikalische Werke erarbeiten, die dann in einer abschließenden Präsentation vor den Sommerferien gezeigt werden.

Kinder und Jugendliche müssen, unabhängig von ihrem familiären und sozialen Hintergrund, einen breiten Zugang zu Kunst und Kultur erhalten

Bei einem aktuellen Arbeitstreffen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain unter dem Motto „Mit KUNSTVOLL Kunst neu erleben“ herrschte bei den beteiligten Experten verschiedenster Profession Einigkeit: Dauerhafter Erfolg von Kulturvermittlung ist nur möglich, wenn alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrem familiären und sozialen Hintergrund, einen breiten Zugang zu Kunst und Kultur erhalten. Rund 50 Teilnehmer des Jugendprojekts KUNSTVOLL – darunter Pädagogen, Schulleiter, Künstler und Repräsentanten von privaten und öffentlichen Kulturinstitutionen – haben gemeinsam mit Vertretern der lokalen Schulämter sowie Mitarbeitern des Kulturfonds und der Fachjury von KUNSTVOLL im Frankfurter Kunstverein Wege aufgezeigt, wie Projekte zur kulturellen Bildung in den normalen Schul- und Lernalltag eingebaut und Schülerinnen und Schüler in ihrem Alltag abgeholt werden können. Das einstimmige Urteil am Ende der Veranstaltung lautete, dass über die Kombination aus fächerübergreifendem Arbeiten in teils ungewöhnlichen Kombinationen und die enge Zusammenarbeit mit Experten junge Menschen Kunst auf eine neue, lebendigere Weise erfahren und erleben.

„Eifer und Engagement aller Teilnehmer waren beeindruckend und haben die Veranstaltung zu einer großen Bereicherung und einem vollen Erfolg gemacht. In den Gesprächsrunden haben wir zahlreiche Anregungen gesammelt, die wir in unser Projekt KUNSTVOLL einfließen lassen werden. Vor allem wollen wir in Zukunft noch stärker fächerübergreifend arbeiten, also zum Beispiel Informatik und Theater, Geschichte und Film miteinander kombinieren“, resümierte der Geschäftsführer des Kulturfonds, Dr. Helmut Müller.

Mit fächerübergreifenden Kooperationen und flexiblen Lehrplänen alle Kinder und Jugendlichen erreichen

Den besonderen Stellenwert und die Chancen von fächerübergreifendem Unterricht für Kulturprojekte betonte der Musik- und Theaterpädagoge Frank Rhode in seinem Impulsvortrag. Der Leiter der Abteilung „Theater und Schule“ der Bühnen Köln zeigte anhand des Opernprojekts „Die Zauberflöte“, an dem etwa 40 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 sowie Mentoren aus der Oberstufe des Kölner Erich-Kästner-Gymnasiums teilnahmen, wie Oper und Informatik miteinander einhergehen können und so eine Vielzahl an jungen Menschen in ein Kulturvermittlungsprojekt eingebunden werden können. Während ein Teil der Kinder als Bühnenbildner, Darsteller und Musiker Einblicke in die Arbeit an der Oper gewannen, gestalteten die älteren Jugendlichen im Rahmen des Informatikunterrichts eine Homepage, in der die vielfältigen Erlebnisse aller Einzug fanden. „Jeder ist ein Teil der Produktion, theoretisch erarbeiteter Lehrstoff wird plötzlich greifbar und praxisnah sowie kreativ umgesetzt. Das macht den Erfolg aus“, fasste der Pädagoge den besonderen Wert des Projekts zusammen.

Im Anschluss nahmen die geladenen Experten der Schulen und Kulturinstitutionen die verschiedenen Einzelprojekte, die derzeit im Rahmen von KUNSTVOLL laufen, in den Arbeitsgruppen „Film/Foto/Musik“, „Kooperation mit Museen“ sowie „Theater“ gemeinsam unter die Lupe und diskutierten intensiv über ihre Erfahrungen und den laufenden Prozess. So konnten die Teilnehmer neue Ideen für die eigenen Projekte sammeln, vor allem aber auch sich darüber austauschen, worauf es bei der Kulturvermittlung ankommt. Dass es eben nicht nur den einen vorgezeichneten Weg gibt, sondern durchaus zahlreiche Ansätze denkbar sind, um Kinder und Jugendliche mit Kultur in Berührung zu bringen und dafür zu begeistern, spiegelte sich dabei schon in der Vielfalt der Einzelprojekte und Projektpartnerschaften wider. Einstimmigkeit herrschte aber darin, dass Projekte wie KUNSTVOLL nur erfolgreich umgesetzt werden können, wenn der Lehrplan flexibel gestaltbar ist. So setzen sich die Beteiligten dafür ein, dass zukünftig die zahlreichen Schulfächer, gleichgültig ob Regel- oder Wahlpflichtfach, miteinander leichter verbunden werden und so Schüler mit den unterschiedlichsten Interessen an Kulturprojekten Teil haben können.

Dr. Müller freute sich sehr über den regen Austausch: „Es ist schön, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind. Nur indem alle Beteiligten von ihren Erfahrungen berichten, reflektieren, was gut und was bisher vielleicht weniger gut gelaufen ist, können wir sicherstellen, dass die Einzelprojekte zu einem vollen Erfolg werden, aber auch KUNSTVOLL noch besser wird. Wir wollen den Austausch und die Vernetzung untereinander und in der Region fördern, so dass in Zukunft Kulturvermittlung nicht mehr nur Einzelne betrifft, sondern wirklich jeder erreicht werden kann.“

Zu KUNSTVOLL: aktuelles Bewerbungsverfahren läuft noch bis 13. Mai!

Das erfolgreiche Jugendprojekt geht im Schuljahr 2015/2016 bereits in die dritte Runde – Schulen und Kulturinstitutionen, die an KUNSTVOLL teilnehmen möchten, können sich noch bis zum 13. Mai 2015 mit ihren Projekten bewerben. Der Kulturfonds führt das Projekt gemeinsam unter großzügiger Beteiligung seiner Partner durch. Dazu zählen die Deutsche Vermögensberatung AG DVAG (Frankfurt am Main), Fresenius SE&Co.KGaA (Bad Homburg vor der Höhe), die Mainova AG (Frankfurt am Main) sowie die Stiftung Polytechnische Gesellschaft (Frankfurt am Main).

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