„Viele zukunftsweisende und wertvolle Projekte wären ohne den Fonds nicht möglich gewesen“

In Darmstadt haben heute Oberbürgermeister Jochen Partsch und der Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Helmut Müller, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz eine positive Bilanz über die Impulse des Fonds für die Stadt Darmstadt gezogen. Darmstadt gehörte zu den Gründungsmitgliedern des 2007 eingerichteten Kulturfonds. „Darmstadts Engagement im Kulturfonds Frankfurt RheinMain ist eine große Erfolgsgeschichte, es hat sich als zukunftsweisend und wertvoll für die ganze Stadt erwiesen. Viele Projekte wären ohne die Unterstützung des Fonds nie realisiert worden“, resümierte Oberbürgermeister Partsch, der auch dem Kulturausschuss des Fonds vorsitzt, gleich zu Beginn der Pressekonferenz.

„Darmstadt hat als ‚Stadt der ersten Stunde‘ den Kulturfonds mit seinen qualitativ hochwertigen kulturellen Projekten von Anfang an enorm bereichert. Daher können wir rückblickend nur dankbar sein, dass sich die Stadt unter nicht ganz einfachen Bedingungen seinerzeit entschieden hat, Teil des neuen Kulturfonds zu werden“, hob Geschäftsführer Helmut Müller hervor und ergänzte: „Um die bis heute erfolgreiche Partnerschaft der beteiligten Gesellschafter beneiden uns viele Metropolregionen Deutschlands. Das unterstreicht auch die Richtigkeit des Gründungsgedankens, eine schlagkräftige Gesellschaft mit der nationalen wie internationalen Präsentation der Region als Kulturstandort zu betrauen. Darmstadt ist daher aus dem Fonds heute nicht mehr wegzudenken.“

Rund 4,9 Millionen Euro Fördermittel an 36 Projekte ausgeschüttet

Seit Gründung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der ersten Förderrunde im Jahr 2008 wurden an 36 unterschiedliche Kulturangebote Fördermittel in Höhe von rund 4,9 Millionen Euro ausgeschüttet. „Diese beeindruckende Zahl spricht für sich selbst. Ohne die Unterstützung des Kulturfonds wäre es uns nicht möglich gewesen, den Bürgern eine so große kulturelle Vielfalt von nationalem und internationalem Renommee zu bieten“, so Partsch.

Auch hat der Fonds die kulturelle Vernetzung Darmstadts und ihre Sichtbarkeit über die Region hinaus gefördert. Etwa durch das Projekt „Ostcamp 14“, bei dem die Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe eine bedeutende Rolle spielte, sowie die 47. Internationalen Ferienkurse für neue Musik Darmstadt 2014. Das vom Darmstädter Architektursommer in Kooperation mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt als Auftaktveranstaltung des Architektursommers Rhein-Main ins Leben gerufene „Ostcamp 2014“ widmete sich u. a. der Frage, wie wir in Zukunft zusammenleben und welche Themen diese Zusammenleben bestimmen. Bei den 47. Ferienkursen kamen rund 400 junge Komponisten, Interpreten, Klangkünstler und Wissenschaftler aus mehr als 50 Ländern zusammen, um in Seminaren und Konzerten die neuesten Strömungen der „Neuen Musik“ zu erkunden.

„Die Mathildenhöhe ist per se ein ganz besonderer Ort für Kunst und Kultur. Eine Vielzahl von Projekten mit bundesweiter Geltung und Reichweite wurden in erheblichem Maße durch den Fonds unterstützt und somit deren ausreichende Finanzierung sichergestellt“, erklärte Müller. Partsch und Müller hoben in diesem Kontext die sehr erfolgreiche Ausstellung Gesamtkunstwerk Expressionismus des Institutes Mathildenhöhe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filminstitut hervor. Die interdisziplinäre Übersichtsschau zeigte in den Jahren 2010 und 2011 rund 400 Werke, darunter Gemälde, Filmausschnitte, Fotos sowie Plakate aus der zeitgeschichtlich dramatischen Zeit vor, während und nach dem ersten Weltkrieg und präsentierte den Besuchern somit einen neuen Blick auf die expressionistische Epoche.

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012 wurden anlässlich des 100. Geburtstages von John Cage, einem der wichtigsten Komponisten und Musikdenkers des 20. Jahrhunderts, zwei Großprojekte unterstützt. In Zusammenarbeit mit dem Institut Mathildenhöhe zeigte das Internationale Musikinstitut Darmstadt die Ausstellung A House Full Of Music, die sich dem künstlerischen Schaffen von Schlüsselstrategen wie Cage, Joseph Beuys, Erik Satie und Marcel Duchamp widmet. „A House Full Of Music“ machte Musik und Kunst u. a. mithilfe von Klangräumen, Projektionen und Installationen ganz neu erfahrbar. Ebenfalls wurde das Festival des Internationalen Musikinstitut Darmstadt Cage 100 – Künstlerische Intervention am Hauptbahnhof Darmstadtzum 100. Geburtstag des Hauptbahnhofes gefördert, der sich zu diesem Anlass in kräftigen Farbtönen präsentierte und mit verschiedenen Installationen und musikalischen Darbietungen an das Wirken des berühmten Künstlers erinnerte. „Mit beiden Projekten konnten wir viele Kunst- und Kulturinteressierte nach Darmstadt locken“, erinnert sich Oberbürgermeister Partsch.

Wir sind natürlich besonders froh, dass auch einer unserer berühmtesten Söhne, der Schriftsteller und Naturwissenschaftler Georg Büchner, im Rahmen der Förderung nicht zu kurz gekommen ist“, stellte der Oberbürgermeister zudem heraus. Aus Anlass seines 200. Geburtstages wurde das Leben und Werk Büchners in den Büchner-Jahren 2012 und 2013 mit der großen Sonderausstellung Georg Büchner. Revolutionär mit Feder und Skalpell unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministerpräsidenten im Darmstadium und mit maßgeblicher Beteiligung des Kulturfonds realisiert.

Ebenfalls gefördert werden die „Darmstädter Tage der Fotografie“, die 2015 den Auftakt zur Satellitenausstellung „Ray Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain“ bilden. Die Tage der Fotografie bieten als international ausgerichtetes und anerkanntes Fotofestival bereits seit 2004 an mehreren Tagen Ausstellungen, Kurzvorträge und ein Symposium. „Ray“ ist eine vom Kulturfonds initiierte Kooperation zwischen den entsprechenden Institutionen der Region und wird in diesem Jahr von Juni bis September u. a. in Darmstadt Fotografieprojekte präsentieren.

Ähnlich wie bei den „Darmstädter Tagen der Fotografie“ förderte der Kulturfonds mit der sehenswerten Foto-Ausstellung „Jürgen Schadeberg – Chronist Südafrikas“ ein Projekt aus dem Bereich Fotografie und Film. Die Kunsthalle Darmstadt zeigte im vergangenen Jahr rund 160 Aufnahmen des südafrikanischen Fotografen und Filmemachers deutscher Herkunft. Mit seinen Aufnahmen, die das Leben der südafrikanischen Schwarzen im Johannesburg der 1950er Jahre zeigen, transportiert er die kulturelle und politische Geschichte Südafrikas in die Gegenwart. Aber auch der Verbindung von Kunst und Natur wurde in den vergangenen sieben Jahren Rechnung getragen. Die Biennale 7. Internationaler Waldkunstpfad 2014 befasste sich mit Biotopen als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und, Menschen und gibt Künstlern die Möglichkeit die Bedeutung nachhaltiger Kunst als Grundvoraussetzung für die künstlerische Arbeit im Wald hervorzuheben.

Ein Highlight im doppelten Sinne stellte für die Bürgerinnen und Bürger Darmstadts, aber auch der gesamten Region, die Sonderausstellung Karl der Große – Vater Europas im neu eröffneten Hessische Landesmuseum Darmstadt dar, die sich bis vor wenigen Tagen dem Mythos um Karls des Großen widmete und dabei u. a. auch sein Wirken im Bereich der Kunst in den Mittelpunkte stellte. 

„Rückblickend ist dies nur eine Auswahl von rund 40 Projekten, denen wir im Laufe der vergangenen sieben Jahre unsere Förderung zugesprochen haben. Alle haben die Kulturlandschaft in der gesamten Region qualitativ bereichert - und dies wird sicher auch in Zukunft in Darmstadt so bleiben“, so der Geschäftsführer des Fonds. 

2015: Premiere des Theaterstücks „Prometeo“ von Luigi Nono

Für das laufende Jahr können sich Kulturinteressierte insbesondere auf das Theaterstück „Prometeo“ des weltberühmten Komponisten Luigi Nono (1924-1990) freuen, das am 9. Juli am Staatstheater Darmstadt Premiere feiern wird. Nono komponierte sein Stück als faszinierendes Raumklang-Erlebnis. Besucherinnen und Besucher werden von blinden Darstellerinnen und Darsteller durch einen abgedunkelten Veranstaltungsort geführt und so zur Konzentration auf das Hören motiviert. „Dieser kulturelle Leckerbissen für alle Theater-Liebhaber ist nur eines von vielen neuen spannenden Projekten und macht sicherlich Vorfreude auf mehr. Ich freue mich darauf, dass wir zusammen mit dem Kulturfonds auch in Zukunft eine Strahlkraft über die Grenzen der Region hinaus entfalten werden“, so Partsch abschließend.


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