In seiner aktuellen Förderrunde hat der Kulturausschuss des Kulturfonds Frankfurt RheinMain die Unterstützung von dreizehn vielversprechenden kulturellen Projekten im Rhein-Main-Gebiet beschlossen. Insgesamt bewilligte der Fonds Fördermittel in der Höhe von rund 1,7 Mio. Euro. „Mit der Förderung dieser spannenden Projekte tragen wir erneut dazu bei, dass die kulturelle Qualität und Vielfalt in unserer Region weiter ausgebaut werden kann und neue anregende Projekte realisiert werden können“, stellte der Vorsitzende des Kulturausschusses des Kulturfonds Frankfurt RheinMain und Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Jochen Partsch, heute heraus.


Projekte spiegeln den neuen Förderschwerpunkt „Transit“ wider

Mit einem Teil der geförderten Projekte startet der Kulturfonds in seinen neuen Themenschwerpunkt „Transit“, der die Jahre 2015 bis 2017 prägen wird. Er widmet sich Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet als bedeutender Transitregion und zeichnet diesen Status auf den verschiedensten Ebenen nach: zwischen Mensch und Natur, Mensch und Maschine, Stadt und Land, zwischen Medien, Künstlern und ihren Techniken. „Mit ‚Transit‘ setzen wir ein neues, kulturelles Highlight für die ganze Rhein-Main-Region. Durch die Förderung der vielfältigen Projekte und Veranstaltungen können wir sicherlich auch viele Menschen neu für Kunst und Kultur begeistern“, so der Geschäftsführer des Kulturfonds Dr. Helmut Müller. Mit dem Schwerpunktthema „Impuls Romantik“ hat der Kulturfonds bisher insgesamt mehr als 350.000 Besucher erreicht.
Das neue Thema „Transit“ war seit Januar in Workshops mit Fachleuten von Kulturschaffenden der Region weiter entwickelt worden: „Viele der unterstützten Projekte greifen auf eine ganz eigene, zum Teil verblüffende Art die dort angestoßenen Fragestellungen und Kernideen zum Thema ‚Transit’ auf“, so die Kuratorin und stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturfonds, Dr. Julia Cloot. Ein Beispiel für eine gelungene Umsetzung ist das Projekt der Alten Oper Frankfurt TRANSIT – Ein Thema, zwei Realisierungen, bei dem einerseits das Transitorische in Johann Sebastian Bachs „Goldbergvariationen“ aufgespürt wird, andererseits mit einem „Fokus Festival“ im März 2016 Analogien von Sport und Musik, Zirzensik und Kunst thematisiert werden.

In ihrer groß angelegten Ausstellung Doug Aitken präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt mit raumgreifenden skulpturalen Videoinstallationen dem Publikum erstmals die wichtigsten Etappen im Wirken des US-amerikanischen Multimedia-Künstlers, einige Arbeiten werden zudem an verschiedenen anderen prominenten Orten in Frankfurt realisiert. Umfassend ist auch die Ausstellung Die Sammlung im Dialog. 200 Jahre Städel-Stiftung, die zum Jubiläum der Stiftung die Entstehung und Entwicklung der Sammlung  in den Blick nimmt und darüber hinaus einen komprimierten Überblick auf 700 Jahre Kunstgeschichte liefert. 70 ausgewählte Werke aus allen Sammlungsbereichen werden in Gegenüberstellung mit 70 Leihgaben aus aller Welt den Besuchern präsentiert.

Der Kulturfonds bezuschusst überdies die 10. Auflage der Skulpturenbiennale Blickachsen im Sommer des kommenden Jahres, die traditionell nicht nur in den denkmalgeschützten Parklandschaften Bad Homburgs ausgerichtet wird, sondern von dort ausstrahlt nach Darmstadt, in den Hochtaunus- und in den Main-Taunus-Kreis – auf der Burg Eppstein erstmals mit einer Klanginstallation.

Die federführend von der Hochschule für Gestaltung in Offenbach ausgerichtete B“ vernetzt mehrere Institutionen der Region zu einem gemeinsamen Großprojekt. Als besonders Highlight findet im Oktober 2015 eine dreitägige „Open Conference“ zum Thema „Screening Games“ statt. Die „B3“ unterstreicht die wachsende Bedeutung des bewegten Bildes in der Kultur des 21. Jahrhunderts in Film und Fernsehen, Kunst und Design, Apps und Internet.

Diese wird auch in der Sonderausstellung F“ des Deutschen Filmmuseums aufgegriffen – ebenfalls ein Projekt mit besonderer Strahlkraft. Die Ausstellung untersucht die Wechselwirkung zwischen Filmen und Videospielen und positioniert sich im Diskurs über die Rolle von Computerspielen als Kunst und Kulturgut. Internationale Wahrnehmung erfährt die „Film & Games“ zudem durch die im August 2015 in Köln stattfindende weltweit besucherstärkste Computerspiel-Messe „gamescom“.

Verbindungslinien zwischen Literatur und Medien zeichnen die Wiesbadener Literaturtage 2015 nach. In Wiesbaden ist der Kulturfonds überdies als Förderer von szenischen Aktionen im Rahmen der vom Land Hessen konzipierten Wanderausstellung zum Thema 25 Jahre – vom Mauerfall zur Wiedervereinigung präsent. Den Tag der deutschen Einheit thematisiert dort auch eine spartenübergreifende Veranstaltungsreihe der Landeshaupstadt unter dem Titel Woche der Freiheit.

Beispiel für eine vom Kulturfonds geförderte Vernetzung zwischen Institutionen im Rhein-Main-Gebiet ist auch die  Doppel-Retrospektive zum Schaffen des bedeutenden Hanauer und Frankfurter Malers Reinhold Ewald. Die Ausstellungen im MUSEUM GIERSCH in Frankfurt und im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe ergänzen sich mit ihren unterschiedlichen Ansätzen zu einem Gesamtbild und tragen mit Gemälden, Grafiken und Plastiken zu einer seit langem ausstehenden überregionalen Würdigung des Künstlers bei. Der im letzten Jahr im Rahmen der Hanauer Brüder Grimm Festspiele geförderte Autorenwettbewerb wird 2015 für den Stoff von „Hänsel und Gretel“ durch einen neu ins Leben gerufenen Kompositionswettbewerb flankiert.

„Wir sind sicher, wieder die richtigen Projekte ausgewählt zu haben, um die Außenwahrnehmung des Rhein-Main-Gebietes als lebendige Kulturregion weiter zu stärken. Die geförderten Projekte spiegeln in herausragender Weise den neuen Förderschwerpunkt des Kulturfonds ‚Transit’ wider und wecken für den Zeitraum bis zum Jahr 2017 das Interesse auf mehr“, zeigt sich der Vorsitzende des Kulturausschusses, Jochen Partsch, von den Entscheidungen des Kulturfonds überzeugt.


Bisher rund 9 Millionen Euro an 71 Projekte im Rahmen der Schwerpunktthemen ausgeschüttet

Die bisherigen Förderrunden in den Schwerpunkten „Phänomen Expressionismus“ und „Impuls Romantik“ stellen für die Kulturlandschaft Rhein-Main einen großen Erfolg dar. „Wir konnten insgesamt 71 Projekte der verschiedenen Kultureinrichtungen mit der Fördersumme von rund 9 Mio. Euro unterstützen. Diese beeindruckenden Zahlen sind ein deutlicher Beleg dafür, dass der Fonds seit Bestehen mit seinen Schwerpunkten die notwendigen und richtigen Impulse gesetzt hat“, resümierten Partsch und Müller abschließend.

 

Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH, Bad Homburg v. d. Höhe
Vorsitz des Kulturausschusses: Oberbürgermeister Jochen Partsch (Darmstadt)
Vorsitz des Kuratoriums: Staatsministerin a. D. Ruth Wagner
Geschäftsführung: Dr. Helmut Müller
Kuratorin und stellv. Geschäftsführerin: Dr. Julia Cloot

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