Das vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain initiierte und geförderte Kooperationsprojekt „Phänomen Expressionismus“ kommt mit der Ausstellung Franz Marc, Joseph Beuys und Ewald Mataré im Bad Homburger Sinclair-Haus (bis 12. Februar 2012) zu Ende. Seit August 2009 zogen die 25 gattungsübergreifenden Veranstaltungen über 5oo.ooo Besucher an. Die Ausstellung „Beckmann & Amerika“ im Städel Museum, die bis zum 8. Januar 2012 lief, lockte kürzlich 100.000 Besucher.

Allein der Kulturfonds Frankfurt RheinMain förderte das „Phänomen Expressionismus“ mit mehr als vier Millionen Euro – bei einem Gesamtetat von zehn Millionen Euro. Mit dieser Förderung realisierten 20 Projektpartner in Bad Homburg, Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Hofheim Ausstellungen, Konzerte sowie Film- und Bühnenprojekte.

Das Rhein-Main-Gebiet ist mit der Epoche des Expressionismus vielfältig verbunden. Bekannte Künstler dieser Zeit lebten und wirkten in der Region – Hanna Bekker vom Rath in Hofheim, Ernst Ludwig Kirchner in Königstein im Taunus oder der in Hanau geborene Komponist Paul Hindemith. Wichtige expressionistische Sammlungen wie die von Carl Hegemann befinden sich im Städel Museum sowie ein bedeutender Bestand des expressionistischen Films im Deutschen Filmmuseum.

„Diese gemeinsame kulturelle Tradition der Region am Beispiel des Expressionismus sicht­­­bar zu machen und die verschiedenen Kulturinstitutionen der Region zusammenzubringen,
waren dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain ein großes Anliegen“, begründet Prof. Dr. Herbert Beck, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Initiierung und Förderung des Kulturprojekts „Phänomen Expressionismus“.

Den Auftakt machte im August 2009 die Seiltanzinszenierung „Le fil sous la neige“ des
Tiger­palast Varieté Theater im Bockenheimer Depot, denn viele Künstler des Expressionismus ließen sich vom Varieté und vom Tanz inspirieren. Als Sinnbilder exzessiven Großstadtlebens wurden diese zu Leitmotiven der Epoche.

Einige Schlaglichter auf die darauf folgenden Projekte: Ein großer Erfolg war die Uraufführung der restaurierten Fassung des Fritz Lang-Films „Metropolis“ in der Alten Oper Frankfurt. Die Ausstellung „Brücke und Blaues Haus“ im Stadtmuseum Hofheim widmete sich zwei Schwerpunkten. Zum einem wurden die Holzschnitte und Holzskulpturen der „Brücke“-Künstler Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff gezeigt, zum anderen die Sammlung der Künstlerin und Galeristin Hanna Bekker vom Rath aus
ihrem „Blauen Haus“ in Hofheim.

Das Institut Mathildenhöhe Darmstadt realisierte gemeinsam mit dem Deutschen Filmmuseum eine übergreifende Gesamtschau des Expressionismus und zeigte erstmals eine Ausstellung über die Wechselwirkung der künstlerischen Gattungen.

Die unterschiedlichen Aspekte des Wirkens von Ernst Ludwig Kirchner wurden in mehreren Ausstellungen gezeigt. Die Kunsthalle Darmstadt würdigte mit der Ausstellung „Faszination Kirchner. Experimente in Fotografie und Malerei“ die Vielfalt seines Schaffens. Das Städel Museum in Frankfurt bot eine Retrospektive seines Œuvre. Schließlich ließ die Darmstädter Mathildenhöhe einen Blick auf den Architekten Kirchner zu.

„Das Geistige in der Kunst“ des Museum Wiesbaden zählte zu den publikumswirksamsten Ausstellungen des Hauses in den letzten Jahren.
Als Dichterin und Schriftstellerin zählt Else Lasker-Schüler zu den herausragenden Per-sön­lichkeiten ihrer Zeit. Weniger bekannt ist sie als bedeutende Zeichnerin. Das Jüdische Museum gab mit der Ausstellung „Die Bilder“ dem eigenständigen, in Vergessenheit geratenen bildnerischen Schaffen der Künstlerin Raum.

Und nicht zuletzt setzten sich das Ensemble Modern und die Stipendiaten der Internationalen Ensemble Modern Akademie in drei Konzertprogrammen mit der expressionistischen Musik von Paul Hindemith, Anton Weber und Arnold Schönberg auseinander.

Im Sommer 2012 erscheint im Hatje Cantz Verlag die Publikation zu „Phänomen Expressionismus“, die das Projekt in Text und Bild dokumentieren und um Essays namhafter Autoren ergänzen wird. Das Schwerpunktprojekt wird mit einer „finissage“ an prominentem Ort in Frankfurt Ende August d.J. ausklingen.

Der 2007 gegründete gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain wird von kommunalen Gesellschaftern und dem Land Hessen getragen. Gründungsgesellschafter sind Frankfurt a. M., Darmstadt, der Main-Taunus- sowie der Hochtaunus-Kreis. Die Stadt Wiesbaden hat Ende 2011 ihren Beitritt zum Kulturfonds beschlossen.

Bislang konnten somit Projekte von nationaler und internationaler Bedeutung mit über 20 Millionen Euro gefördert werden. Vorsitz des Kulturausschusses: Landrat Ulrich Krebs (Hochtaunuskreis) sowie als Stellvertreter Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth (Frankfurt), Oberbürgermeister Jochen Partsch (Darmstadt), Landrat Michael Cyriax (Main-Taunus-Kreis), Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst Ingmar Jung. Vorsitz des Kuratoriums: Staatsministerin a. D. Ruth Wagner sowie als Stellvertreter Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts. Geschäftsführung: Prof. Dr. Herbert Beck; stv.: Dr. Albrecht v. Kalnein.

Presse Kulturfonds Frankfurt RheinMain:
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Alexandra Klusmann . Tel +49.6421.69009-13 .

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