Von 2012 bis 2014 nimmt der Kulturfonds Frankfurt RheinMain die Romantik in den Blick seines zweiten großen Schwerpunktthemas „Impuls Romantik. Rheinromantik – Mainromantik“. Er knüpft damit an das erste Schwerpunktthema an, das in den vergangenen Jahren die Bedeutung des „Phänomen Expressionismus“ für den Kulturraum vor Augen stellte.

Die Romantik, die wohl prägendste Kulturepoche des 19. Jahrhunderts, ist „eine deutsche Affäre“ (Rüdiger Safranski), dies gilt gerade auch aus internationaler Perspektive. Zumeist auf Jena, Berlin oder Heidelberg bezogen, ist die Romantik doch zu lebendig um sich auf diese Orte zu beschränken. Ihre grenzüberschreitende Wirkung verbindet Gattungen, Regionen und Personen. Der Kulturfonds verdeutlicht die enge, noch zu wenig beachtete Verankerung der Romantik in der Region Frankfurt RheinMain mit der Initiierung und Förderung von Projekten in den Bereichen Musik, Literatur, Bildende Kunst und Landschaftsgärten. Er stellt damit die weit reichenden Impulse heraus, die Dichter, Maler, Musiker, Gartenarchitekten und Philosophen von hier aus verbreiteten.

Unter Mitwirkung zahlreicher renommierter Kulturinstitutionen wird die romantische Sonderstellung der Region in Konzerten, Lesungen, Inszenierungen und Opern, auf Ausstellungen, Symposien und Festivals greifbar, in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden, ebenso wie im Hochtaus-Kreis und im Main-Taunus-Kreis. „Der Kulturfonds möchte zum Einen den Stellenwert unseres Kulturraumes für die „deutsche Affäre“ Romantik herausstellen. Zweitens geht es uns darum zu zeigen, wie aktuell die Impulse jener Epoche für uns heute sind“, beschreibt der stellvertretende Geschäftsführer des Kulturfonds, Dr. Albrecht von Kalnein, das Anliegen des Projektes.

Die Region Frankfurt RheinMain wirkte für die Romantik wie ein Knotenpunkt oder eine Werkstatt, in der Begegnungen und intensiver Austausch stattfanden und in der experimentiert wurde. Hier lebten und wirkten herausragende Persönlichkeiten wie etwa Clemens Brentano und Achim von Arnim, die 1802 von Frankfurt aus zu einer Rheinreise aufbrachen, die als Geburtsstunde der Rheinromantik gilt. 1812 erschienen hier die Kinder- und Hausmärchen der Hanauer Brüder Grimm. Bettine Brentano und Karoline von Günderrode pflegten in Frankfurt eine intensive Freundschaft. Seit 1798 lebte Friedrich Hölderlin zunächst in Frankfurt, dann in Bad Homburg. In Bad Soden schrieb Felix Mendelssohn-Bartholdy 1844 Teile des „Elias“. Von 1815 bis 1818 war Friedrich Schlegel am Frankfurter Bundestag, Dorothea Schlegel lebte hier von 1829 bis 1839 und das 1816 gegründete Städel Museum wurde durch die Direktoren Philipp Veit und Eduard von Steinle zum Zentrum der Kunstströmung der Nazarener.

Mit über 15 bewilligten Projekten zeichnet der „Impuls Romantik“ schon jetzt ein komplexes Bild der Epoche. Weitere Projekte sind in Planung.

Der 2007 gegründete gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain wird von kommunalen Gesellschaftern und dem Land Hessen getragen. Gründungsgesellschafter sind Frankfurt a. M., Darmstadt, der Main-Taunus- sowie der Hochtaunus-Kreis. Die Stadt Wiesbaden hat Ende 2011 ihren Beitritt zum Kulturfonds beschlossen.

Bislang konnten somit Projekte von nationaler und internationaler Bedeutung mit über 20 Millionen Euro gefördert werden. Vorsitz des Kulturausschusses: Landrat Ulrich Krebs (Hochtaunuskreis) sowie als Stellvertreter Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth (Frankfurt), Oberbürgermeister Jochen Partsch (Darmstadt), Landrat Michael Cyriax (Main-Taunus-Kreis), Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst Ingmar Jung. Vorsitz des Kuratoriums: Staatsministerin a. D. Ruth Wagner sowie als Stellvertreter Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts. Geschäftsführung: Gründungsgeschäftsführer (vom 1. Mai 2008 bis zum 29. Februar 2012) Prof. Dr. Herbert Beck; stv.: Dr. Albrecht v. Kalnein.

Presse Kulturfonds Frankfurt RheinMain:
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Alexandra Klusmann . Tel +49.6421.69009-13 .

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